Ermittler haben das Büro des französischen Rechtsextremisten Jean-Marie Le Pen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung durchsucht. Die Razzia in einem Gebäude im Großraum Paris sei auf Anordnung der Justiz geschehen, hieß es in einer Mitteilung. Gegen den Gründer und langjährigen Vorsitzenden des rechten Front National (FN), der kürzlich mit der inzwischen von seiner Tochter Marine geführten Partei gebrochen hatte, laufen seit Juni Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Geldwäsche.

Le Pen zeigte sich in einer Mitteilung empört über die Vorwürfe. Die Durchsuchung sei Teil des Vorwahlkampfes.

Ende April hatte die investigative Onlinezeitschrift Mediapart enthüllt, dass die Anti-Geldwäsche-Abteilung des Finanzministeriums (Tracfin) wegen eines Trusts auf den britischen Jungferninseln ermittelt, der von Genf aus verwaltet wurde und auf den persönlichen Assistenten von Le Pen lief. Demnach enthielt er 2,2 Millionen Euro, davon 1,7 Millionen in Gold. Nach Angaben aus Justizkreisen wurde das Konto 2014 geschlossen und das Geld auf eine Bank auf den Bahamas überwiesen. Le Pen bestreitet, an einem Trust im Ausland beteiligt zu sein.

Le Pen hatte die Vorwürfe durch seinen Anwalt Frédéric Joachim zurückgewiesen. Er sagte Anfang Juni, die Ermittlungen kämen nicht von ungefähr. Vielmehr seien sie im Zusammenhang damit zu sehen, dass er sich rechtlich gegen die Suspendierung seiner Mitgliedschaft im Front National zur Wehr setze. Le Pens Mitgliedschaft im Front National war Anfang Mai wegen wiederholter antisemitischer Äußerungen ausgesetzt worden.

Bereits im April 2013 hatte Le Pen zugegeben, 1981 ein Konto bei der Schweizer Bank UBS gehabt zu haben. Außerdem ermittelt die Justiz seit Ende 2013 wegen eines auffälligen Vermögenszuwachses in Höhe von 1,1 Millionen Euro gegen ihn.