Das spanische Verfassungsgericht hat die katalanischen Pläne für eine Unabhängigkeit von Spanien gestoppt. Die Richter gaben am Mittwochabend einer Klage der spanischen Regierung statt. Diese hatte beim Verfassungsgericht beantragt, den katalanischen Beschluss zur Ausarbeitung einer katalanischen Verfassung auszusetzen, während sein Inhalt geprüft werde.

Am Montag hatte das Regionalparlament Kataloniens beschlossen, einen Fahrplan zur Abspaltung von Spanien auszuarbeiten. Halten die Regionalpolitiker daran nun fest, drohen ihnen strafrechtliche Konsequenzen. Die Regionalregierung kündigte allerdings umgehend an, trotz des Gerichtsentscheids den Abspaltungsprozess voranzutreiben.


Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy kritisierte die Unabhängigkeitsresolution als Angriff auf die spanische Souveränität und Demokratie. "Wir reden von der Verteidigung eines ganzen Landes", sagte er in einer Fernsehansprache, die live übertragen wurde. "Sie wollen die Einheit einer Nation mit mehr als fünf Jahrhunderten Geschichte auflösen."

Die Region Katalonien im Nordosten Spaniens hat 7,5 Millionen Einwohner und ist für knapp ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des Landes verantwortlich. Umfragen zufolge unterstützen die meisten Katalanen ein Referendum über eine Unabhängigkeit, sind aber hinsichtlich einer Lossagung von Spanien gespalten.