Die großen EU-Staaten und die USA haben verabredet, die wegen der Ukraine-Krise verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland bis Juli 2016 zu verlängern. Die Vereinbarung sei bereits am Rande des G-20-Treffen in der türkischen Stadt Antalya getroffen worden, berichten die Nachrichtenagentur Reuters und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Dort hätten sich laut einem EU-Diplomaten US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premierminister David Cameron, der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi und der französische Außenminister Laurent Fabius in Vertretung seines Präsidenten François Hollande auf diese Position verständigt. Bereits Anfang des Monats hatte auch das Handelsblatt berichtet, dass sich die Regierungschefs der EU für eine Verlängerung der Sanktionen aussprechen.

Zuletzt hatte es eine engere Zusammenarbeit der westlichen Staaten mit Russland bei der Bekämpfung der radikalislamischen IS-Miliz in Syrien gegeben. Die USA und die großen EU-Staaten wollen aber beide Konflikte nicht miteinander vermischen. Auch Merkel hatte mehrfach öffentlich betont, die Kooperation mit Russland in anderen Krisen ändere nichts daran, dass die Aufhebung der Sanktionen in der Ukraine-Krise an Fortschritte im Osten der früheren Sowjetrepublik gebunden sei. Zunächst müssten die Beschlüsse des Minsker Friedensabkommens umgesetzt werden.

Die EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland gelten bis Ende Januar 2016 und müssen verlängert werden, damit sie nicht auslaufen. Bereits bei der Verhängung der Strafmaßnahmen hatte es heftige Diskussionen zwischen den 28 EU-Staaten gegeben. Deswegen könnte es trotz der Festlegung der vier großen EU-Staaten noch zu Auseinandersetzungen kommen.