Hillary Clinton hat sich auch in der zweiten TV-Debatte der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber als klare Favoritin um die Spitzenkandidatur behauptet. Die  Terroranschläge in Paris gaben der Außen- und Sicherheitspolitik besonderes Gewicht und damit Clinton die Gelegenheit, ihre Erfahrung als ehemalige Außenministerin auf dem Gebiet hervorzuheben. Bei dieser Wahl gehe es nicht nur darum, über den nächsten Präsidenten abzustimmen, sondern auch darum, den nächsten Oberbefehlshaber der USA auszuwählen, sagte Clinton.

Gegen die frühere First Lady treten der parteilose liberale Senator Bernie Sanders  und der Ex-Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley (52), an. Sanders griff Clinton wegen ihrer früheren Sicherheitspolitik an: Der Einmarsch in den Irak 2003, dem Clinton damals zustimmte, habe die Region vollkommen destabilisiert und zur Ausbreitung von Gruppen wie dem "Islamischen Staat" geführt, sagte er.

Vor der Übertragung hatten die Wahlkampfteams der Bewerber wegen des Terrors in Frankreich mit TV-Sender CBS über den Aufbau der Debatte diskutiert. Als CBS mitteilte, es wolle in den Eingangserklärungen der Kandidaten und im ersten Teil der Diskussion auf die Pariser Angriffe eingehen, widersprach das Team von Sanders laut Angaben eines Teilnehmers der Vorabgespräche energisch. Er hatte gehofft, dass Wirtschaftspolitik im Zentrum der Debatte stehen würde. 

Sanders, der sich selber als Sozialist bezeichnet, thematisiert in seinem Wahlkampf vor allem Front gegen die tiefe Kluft zwischen Arm und Reich in den USA macht. Später drehte sich der heftigste Schlagabtausch in der Debatte auch um die Wall Street: Sanders warf Clinton zu große Nähe zu der Finanzindustrie vor. Clinton wies das entschieden als Angriff auf ihre Integrität zurück.

In jüngsten Umfragen hat Clinton US-weit im Durchschnitt einen Vorsprung von fast 22 Prozentpunkten vor Sanders, O'Malley liegt völlig abgeschlagen auf dem dritten Rang. Clinton liegt auch in Iowa, das am 1. Februar 2016 die parteiinterne Kandidatenkür eröffnet, klar vorn. Die Präsidentenwahl findet am 8. November statt.