Kämpfer der islamistischen Taliban-Miliz haben im Zentrum von Kabul nahe der spanischen Botschaft einem Autobombenanschlag verübt, bei dem ein spanischer Polizist getötet wurde. Der Mann sei seinen Verletzungen erlegen, sagte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy. Insgesamt kamen mindestens vier Menschen ums Leben, darunter zwei der Angreifer. Zudem starb ein afghanischer Wachmann.

Zunächst hatte das spanische Außenministerium von einem Angriff auf die Botschaft gesprochen. Dem widersprach kurz darauf Rajoy: "Es gab weder einen Angriff noch die Absicht, die spanische Botschaft in Afghanistan anzugreifen." Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid twitterte: "Selbstmordattentäter sind in ein Gästehaus ausländischer Besatzer eingedrungen."

Im belebten Viertel Scherpur hatte sich zunächst mitten im Berufsverkehr eine heftige Explosion ereignet. Laut einem Augenzeugen detonierte die Bombe am Tor eines internationalen Gästehaus. Anschließend waren aus dem Haus Schüsse zu hören. Der stellvertretende afghanische Innenminister Ajub Salangi teilte nach fünfstündigem Einsatz gegen die Angreifer via Twitter mit, zwei Taliban seien getötet worden. Die Operation dauere jedoch an. Wie viele Angreifer in das Haus eingedrungen waren, blieb zunächst unklar.

Das Emergency-Hospital, ein Krankenhaus am Rande des betroffenen Stadtteils Scherpur, teilte über Twitter mit, dort seien sieben verletzte Afghanen aufgenommen worden.

Einsatzkräfte sperrten die Straßen um den Explosionsort. In Scherpur haben auch viele ausländische Nichtregierungsorganisationen ihren Sitz. Zudem wohnen dort zahlreiche Vertreter der afghanischen Regierung, darunter Vizepräsident Abdul Raschid Dostum.

Kämpfe in Kandahar

Am Dienstag hatten Taliban-Kämpfer den Flughafen der südafghanischen Stadt Kandahar angegriffen. Selbstmordattentäter sprengten sich inmitten von Zivilisten in die Luft. Gefechte mit den Einsatzkräften dauerten 27 Stunden. Nach offiziellen Angaben starben dabei 38 Zivilisten und zwölf Einsatzkräfte.

Im September hatten die Taliban das nordafghanische Kundus in einer Blitzoffensive erobert. Sie wurden aber nach zwei Wochen von der afghanischen Armee zurückgedrängt.