Mehrere Taliban und Geheimdienstmitarbeiter hatten in den vergangenen Tagen erklärt, Akhtar Mohammed Mansur sei bei einer Schießerei mit rivalisierenden Taliban in Pakistan schwer verletzt worden oder gar ums Leben gekommen. Ein Taliban-Sprecher wies diese Angaben entschieden zurück und dementierte, dass Mansur überhaupt dort gewesen sei und dass es eine Schießerei gegeben habe.

Ein afghanischer Regierungssprecher hatte zuvor im Kurzbotschaftendienst Twitter geschrieben, Mansur sei seinen Verletzungen erlegen. Beweise nannte er allerdings nicht. Auch auf Nachfrage gab es zunächst keine weiteren Informationen.

Taliban: "feindliche Propaganda"

"Gerüchte über meinen Tod oder Verwundung sind feindliche Propaganda", sagt die Stimme in der Botschaft, die ein Taliban-Sprecher per E-Mail an verschiedene Medien versandte. "Ich bin in Sicherheit und bei meinen Freunden." Die Stimme in der 16 Minuten langen Aufnahme klang nach der des öffentlichkeitsscheuen Anführers, die Echtheit der Aufnahme wurde aber noch nicht offiziell geprüft.

Den Tod ihres vorherigen Anführers Mullah Mohammed Omar hatten die Taliban zwei Jahre lang geheim gehalten. Mullah Mansur hatte die Macht im vergangenen Sommer übernommen. Bedeutende Teile der Taliban erkannten den Wechsel an der Spitze aber nicht an. Im November ernannte eine Splittergruppe Mullah Mohammed Rasul zu ihrem Anführer. Bei Kämpfen unter den Fraktionen wurden bereits mehrere hochrangige Taliban getötet.