Die traditionellen Kirchen im Nahen Osten können den Konvertiten nicht helfen, denn sie werden ebenfalls verfolgt. Die koptische Kirche in Ägypten zum Beispiel darf keine vom Islam Übergetretenen aufnehmen oder Muslime taufen. Das würde als Missionierung betrachtet und Muslime zu missionieren ist nicht erlaubt. Die Kirche würde dafür angegriffen werden. Viele Konvertiten aus Ägypten schreiben mir, dass sie von beiden Seiten zurückgewiesen werden: Von der Kirche aus Angst und von der Gesellschaft, weil diese Muslime, die ihrem Glauben entsagen, als Verräter ansieht. Nach dem Gesetz der Scharia sollten sie sogar getötet werden. Mohammed sagte: "Tötet, wer seine islamische Religion aufgibt."

Ich erinnere mich noch an die Kämpfe und Diskussionen mit meinem Vater. Einmal schrie er: "Was tust du uns an? Warum hast du Schande über unsere Familie gebracht?" Ich weinte, weil ich den Druck kannte, den die Gesellschaft uns auferlegte. Und ich wusste, dass die Leute mich dazu benutzten, meinen Vater zu verunglimpfen. Ich wünschte, ich hätte eine andere Wahl gehabt aber ich konnte meine Prinzipien nicht verraten, ich konnte meinem neuen Glauben nicht entsagen. Ich sagte meinem Vater an dem Tag, dass ich es satt habe und müde bin. "Was verlangt der Islam von dir zu tun", fragte ich ihn. Er antwortete: "Du weißt es."

Ich sagte, dass ich es aus seinem Mund hören wollte und er antwortete: "Laut dem Islam sollte dich töten." Ich fragte ihn, warum er es nicht tat, ich sei müde, "töte mich einfach und beende es!" Er schaute mich an, als ob er seinen Ohren nicht traute, mit Tränen in den Augen sagte er: "Du weißt, dass ich dich nicht töten kann". Ich fragte ihn warum, er antwortete: "Du bist mein Sohn, ich kann meinen Sohn nicht töten."

Ich weiß nicht, wie ich damals auf die Worte kam und woher ich die Stärke nahm, sie auszusprechen, aber ich sagte: "Siehst du, du hast Herz, aber ‚Allah’, der Gott den du anbetest, hat keines!" Ich hatte Glück, dass mein Vater mich nicht umbrachte. Hätte ich in Saudi-Arabien gelebt oder in einer anderen Familie wäre ich jetzt Geschichte.

Unsichtbare Opfer

Wir brauchen die Hilfe internationaler Kirchen. Ich spreche im Namen von Tausenden Konvertiten, die in der muslimischen Welt leiden müssen. Wir benötigen die Hilfe von Christen aus aller Welt, dass sie hinter uns stehen, für uns eintreten und anprangern, was wir erleiden müssen. Viele der Konvertiten, mit denen ich spreche, fühlen sich alleingelassen. Sie stehen nicht auf der Agenda der politischen Umstürze, die sich gerade im Nahen Osten abspielen.

Wir sind die unsichtbaren Opfer. Die Menschen müssen verstehen, dass wir echte Anhänger von Jesus Christus sind, von dem wir glauben, dass er auch für uns auf die Welt kam. Wir sind eins mit der Kirche. Wenn ein Teil des Körpers leidet, leidet der ganze Körper mit. Lasst uns dieses Weihnachten daran erinnern, dass, während viele Christen das Fest offen und sichtbar feiern, andere, wie die Christen mit muslimischem Hintergrund, im Geheimen singen und beten und riskieren, dafür verhaftet zu werden, dass wir dieses Fest feiern.