Der Chef der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, plant einen deutlichen Ausbau der Aktivitäten seiner Behörde. Sollten die EU-Staaten der von der Kommission geplanten Mandats- und Budgeterweiterung zustimmen, solle vor allem in neue Instrumente für Luftüberwachung investiert werden, sagte Leggeri der Zeitung Die Welt vom Mittwoch. Bislang sei Frontex dabei weitgehend auf die Unterstützung der Mitgliedsstaaten angewiesen. Künftig wolle die Behörde auch Bilder und Informationen aus erster Hand beziehen. "Das ist sehr entscheidend", sagte Leggeri.

Die EU-Kommission will einen gemeinsamen Grenz- und Küstenschutz aufbauen. Er soll neben 1.000 festen Mitarbeitern über eine Reserve von 1.500 Grenzschützern verfügen, die in Krisensituationen binnen drei Tagen entsandt werden können. Notfalls sollen die Beamten auch gegen den Willen einer Regierung in den Einsatz geschickt werden, die ihren Verpflichtungen zum Grenzschutz nicht nachkommt. Eine Entscheidung soll bis Juni fallen.

Leggeri sagte, ihm sei vor allem wichtig, dass die Agentur künftig operativ unabhängiger arbeiten könne. Aus seiner Sicht dürfte jedoch auch das geplante Zusatzpersonal nicht ausreichen, um die Flüchtlingskrise in den Griff zu bekommen. Ein gutes Grenzmanagement allein sei nicht die Lösung, auch die Ursachen der Krise müssten angegangen werden. "Der geplante Ausbau von Frontex ist aber immerhin ein guter Anfang", sagte Leggeri.