Der Iran hat nach Überzeugung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bis vor einigen Jahren an einem geheimen Forschungsprogramm zur Entwicklung eigener Atomwaffen gearbeitet. Das geht aus einem Bericht der IAEA hervor, der der Deutschen Presse Agentur in Wien vorliegt.

Die Behörde betont, dass diese Bemühungen vor allem bis 2003 stattfanden. Seit 2009 gebe es keine Anzeichen mehr für entsprechende Aktivitäten. Die Forschung Teherans sei nicht über Machbarkeits- und Wissenschaftsstudien sowie den Erwerb von technischem Know-how hinausgegangen. Der Iran habe kein Nuklearmaterial für militärische Zwecke beiseitegeschafft.

Die Ergebnisse des Berichts basieren auf Geheimdienstinformationen der USA, Israels und anderer Gegner Teherans sowie auf eigenen Untersuchungen und Interviews der IAEA. Die Behörde betonte, dass es nur eine Einschätzung sei und keine eindeutige Bewertung der iranischen Atomaktivitäten. Zudem habe Teheran auch nicht alle geforderten Informationen freigegeben, hieß es in dem Bericht.

Der Verdacht einer sogenannten "möglichen militärischen Dimension" (PMD) des iranischen Atomprogramms hatte seit mehr als zehn Jahren die Beziehungen der internationalen Gemeinschaft mit Teheran überschattet. Die IAEA bestand hartnäckig auf Aufklärung.

2013 hatten die IAEA und der Iran eine Übereinkunft geschlossen, die eine enge Zusammenarbeit und weitreichende Überprüfungen in dem Land vorsieht. Im Juli einigten sich der Iran sowie die fünf UN-Vetomächte und Deutschland in Wien auf ein Atomabkommen. Demnach darf der Iran zwar Atomkraft zivil nutzen, zugleich soll aber der Bau von Atomwaffen durch bislang einmalige Rüstungskontrollen ausgeschlossen werden. Im Gegenzug stimmte der Westen einer Aufhebung von Sanktionen zu, die insbesondere die iranische Wirtschaft gelähmt hatten. 

Der Iran hat die Vorwürfe des Westens stets bestritten. Auch den jüngsten Bericht der IAEA dementiert die Regierung in Teheran. "Unsere Atomforschungen ... waren stets standardgemäß und haben nur friedliche Ziele verfolgt", sagte Vizeaußenminister Abbas Araghchi. Atomwaffen seien nie Teil der iranischen Verteidigungsdoktrin und Ziel der Forschungen gewesen, sagte er der Nachrichtenagentur ISNA.