Als Reaktion auf die anhaltenden Kämpfe im Jemen haben die schiitischen Huthi-Rebellen die geplante Freilassung von fünf ranghohen Geiseln abgesagt. Die Gefangenen - darunter Verteidigungsminister Mahmud Subaihi und General Nasser Mansur Hadi, der Bruder von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi - hätten eigentlich am Samstag als Zeichen des guten Willens dem Roten Kreuz übergeben werden sollen. Doch Delegierte der Huthis bei Friedensgesprächen im schweizerischen Magglingen erklärten am Abend, die Geiseln würden erst dann freigelassen, wenn die Vereinten Nationen die brüchige Waffenruhe festigten.

Zudem sahen die Rebellen von ihrer Einwilligung ab, Hilfslieferungen nach Haddscha zuzulassen, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden Jemens, in der nun gekämpft wurde. Bei Gefechten wurden in den vergangenen drei Tagen dort mehr als 40 Rebellen und 35 Regierungssoldaten getötet, wie aus Sicherheitskreisen und von Augenzeugen berichtet wurde. Auf beiden Seiten gab es demnach auch Dutzende Verletzte.

Beide Seiten hatten am Dienstag einen neuen Anlauf für Friedensgespräche genommen. Parallel dazu sollte eine Woche lang eine Waffenruhe gelten, damit humanitäre Hilfe zur notleidenden Zivilbevölkerung gelangen kann. Doch die Waffenruhe erwies sich gleich zu Anfang als brüchig und die Rebellen brachen am Freitag als Protest die Gespräche mit der Regierungsdelegation ab. 

Das bitterarme arabische Land versinkt seit vergangenem Jahr immer tiefer im Bürgerkrieg. Auf der einen Seite stehen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und Soldaten des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh. Sie kämpfen gegen Getreue von Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi, die von sunnitischen Staaten mit Luftangriffen unterstützt werden.