"Aus Saudi-Arabien werden überall in der Welt wahhabitische Moscheen finanziert", sagte der SPD-Vorsitzende der Bild am Sonntag. "Aus diesen Gemeinden kommen in Deutschland viele islamistische Gefährder." Man sei zur Lösung der regionalen Konflikte zwar auf Saudi-Arabien angewiesen. "Wir müssen den Saudis aber zugleich klarmachen, dass die Zeit des Wegschauens vorbei ist", sagte Gabriel.

Gegen radikale Moscheen in Deutschland fordert Gabriel ein hartes Vorgehen. "Dieser radikale Fundamentalismus, der sich in salafistischen Moscheen abspielt, ist nicht minder gefährlich als der Rechtsradikalismus", sagte er. Der Staat müsse eingreifen, sobald zu Gewalt und Menschenhass aufgerufen werde. "Wir müssen bei den Salafisten den gleichen Maßstab anlegen wie bei rechtsradikalen Gewalttätern."

Der Verfassungsschutz hatte zuvor gemeldet, dass die Salafisten-Szene in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht hat: Heute gebe es 7.900 Salafisten in Deutschland im Vergleich zu 5.500 vor zwei Jahren, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen.

Oppermann: Finanzierung durch Saudi-Arabien überwachen

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann warnte vor der Ausbreitung des Wahhabismus in Deutschland, einer sunnitischen Strömung, die dem Salafismus ähnelt. Mit Blick auf eine mögliche Finanzierung von Moscheen durch Saudi-Arabien sagte er der Welt am Sonntag, er halte "eine genaue Beobachtung dieser Bestrebungen durch den Verfassungsschutz" für notwendig.

Der Wahhabismus liefere unter anderem die "komplette Ideologie" für die IS-Terrormiliz und trage auch in anderen Ländern zur Radikalisierung moderater Muslime bei, sagte der SPD-Politiker. "So etwas brauchen und wollen wir in Deutschland nicht." In Saudi-Arabien ist der sunnitische Wahhabismus Staatsreligion.