Nach der als "Terrorakt" eingestuften Schießerei in Kalifornien wollen die USA weitere Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Eine Rede von US-Präsident Barack Obama an die Nation soll heute im Fernsehen erneut seine Entschlossenheit unterstreichen, die IS-Miliz zu zerschlagen, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Seine Rede wird zur besten Sendezeit vom Oval Office ausgestrahlt.

In seiner wöchentlichen Radioansprache hatte Obama den Angriff auf ein Sozialzentrum in Kalifornien mit 14 Toten erstmals als Terrorakt bezeichnet. Die beiden Verdächtigen seien womöglich durch eine extremistische Ideologie radikalisiert worden, sagte er und versicherte: "Wir sind widerstandsfähig. Und wir werden uns nicht terrorisieren lassen."

Am Tag zuvor hatte das FBI mitgeteilt, dass es inzwischen von einem terroristischen Hintergrund ausgehe. Zuvor war auch über einen Streit am Arbeitsplatz als mögliches Motiv spekuliert worden. Sollte sich das bestätigen, wäre es der Terroranschlag mit den meisten Todesopfern in den USA seit dem 11. September 2001.  

In der Rede werde Obama "seine feste Überzeugung bekräftigen, dass der IS zerstört werden wird", teilte das Weiße Haus mit. Die Rede wird um 20 Uhr Ortszeit (2 Uhr deutscher Zeit) gesendet. Zuletzt hatte sich Obama im August 2010 an die Nation gewandt. Damals verkündete er das Ende des US-Kampfeinsatzes im Irak.

Obama will den Angaben zufolge auch über den Stand der Ermittlungen zum Angriff in San Bernardino informieren. In der Stadt nahe Los Angeles hatte der 28-jährige Syed Farook zusammen mit seiner 29-jährigen Ehefrau Tashfeen Malik eine Weihnachtsfeier gestürmt. Das Paar tötete 14 Menschen und verletzte 21 weitere, bevor es von der Polizei erschossen wurde.

IS-Miliz äußerte Sympathie für die Attentäter

Die IS-Miliz bekannte sich nicht ausdrücklich zu dem Attentat, drückte aber ihre Sympathie aus. In einem englischsprachigen Radiobeitrag bezeichnete die Miliz die beiden Attentäter als "Soldaten" des IS-Kalifats bezeichnet, in einem arabischen Beitrag war von "Unterstützern" die Rede.

Washington warnt seit längerem vor in den USA lebenden Islamisten, die sich unbemerkt radikalisieren und zu einer Sicherheitsbedrohung werden. US-Heimatschutzminister Jeh Johnson sprach von einer "neuen Phase in der globalen Terrorbedrohung und in der inneren Sicherheit".

Weiteres Haus in Kalifornien durchsucht

Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten Beamte laut FBI ein Haus in der Stadt Riverside, in der auch die Attentäter gewohnt hatten. Zuvor hatte der Sender NBC News berichtet, das FBI habe das Haus eines Freundes von Farook durchsucht. Dieser habe ursprünglich die bei der Schießerei verwendeten Waffen gekauft, gelte aber nicht als Verdächtiger.

Die New York Times veröffentlichte zum ersten Mal seit fast hundert Jahren einen Leitartikel auf ihrer Titelseite und sprach sich darin eindringlich für schärfere Waffengesetze aus. Es sei ein "moralisches Verbrechen und eine nationale Schande", dass Zivilisten in den USA legal Waffen kaufen könnten, hieß es in dem Artikel. Auch Präsident Barack Obama mahnte erneut schärfere Waffengesetze an.