Regierungschefs von vier EU-Staaten wollen eine Gruppe der "Freunde von Schengen" gründen. Die Ministerpräsidenten Tschechiens, der Slowakei, Ungarns und Polens forderten nach einem Treffen in Prag, dass die EU-Außengrenzen angesichts der Flüchtlingskrise strenger bewacht werden sollten. Damit wollen sie sicherstellen, dass es innerhalb der EU keine Grenzkontrollen braucht.

Die vier Staaten sind entschiedene Gegner der von der EU beschlossenen Verteilung der Flüchtlinge nach einem verpflichtenden Quotenplan. Ungarn und die Slowakei klagen dagegen vor dem Europäischen Gerichtshof

Tschechiens Ministerpräsident Bohuslav Sobotka sagte, die Gruppe "Freunde von Schengen" werde sich dafür einsetzen, die Außengrenzen des Schengen-Raums "wirksam zu schützen". Ungarns Regierungschef Viktor Orbán sagte, die vier Staaten würden gerne die Freizügigkeit im grenzüberschreitenden Verkehr in der EU bewahren. Er gehe davon aus, dass sich viele EU-Mitglieder der Gruppe der "Freunde von Schengen" anschließen werden.

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico äußerte erneut Zweifel, dass Mitgliedstaaten mit EU-Außengrenzen wie Griechenland allein die Aufgabe des Grenzschutzes erfüllen könnten. Die vier "Freunde von Schengen" seien zur Hilfe bereit.