Die internationale Koalition unter Führung der USA hat in Syrien drei Soldaten der syrischen Armee getötet und 13 weitere verletzt. Diese Vorwürfe erhebt die Regierung in Damaskus und hat Beschwerde bei den Vereinten Nationen in New York erhoben. Nach Angaben des syrischen Außenministeriums haben vier Kampfjets insgesamt neun Raketen auf ein Militärlager im Osten des Landes abgeschossen. "Diese Angriffe behindern die Bemühungen, Terrorismus zu bekämpfen und beweisen, dass dieser Koalition die Seriosität und Glaubwürdigkeit fehlen", teilte die syrische Regierung mit.

Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der Stadt Dair as-Saur in der Provinz Deir Essor. Einige Teile des Ortes sind in der Hand der syrischen Armee. Der Großteil allerdings wird von der Terroristenmiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrolliert. Diesen Dschihadisten gelten für gewöhnlich die Luftangriffe der US-geführten Koalition, die seit September vergangenen Jahres Ziele in Syrien attackiert.

Der Nachrichtensender Al Jazeera zitiert aus einer E-Mail des US-Militärs, in der das Pentagon die erhobenen Anschuldigungen zurückweist. Das US-Militär räumte ein, in der betroffenen Zone am Sonntag tatsächlich vier Angriffe geflogen zu haben. Diese hätten aber alle den vom IS kontrollierten Ölfeldern gegolten. "Wir haben keine Fahrzeuge oder Personen in diesem Gebiet angegriffen", schreibt demnach ein Pentagonsprecher. "Wir haben auch keinen Hinweis darauf, dass sich irgendein syrischer Soldat überhaupt in der Nähe unserer Angriffe befunden hat."

Die offiziellen Angaben aus Damaskus werden durch Angaben aus London bestätigt. In der britischen Hauptstadt sitzt die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, ein Netzwerk von Informanten vor Ort wie zum Beispiel Ärzte und Kämpfer. So berichtete die Organisation bereits am Vormittag von vier Regierungssoldaten, die von der internationalen Koalition getötet worden sein sollen. "Truppen des Regimes waren nie zuvor von solchen Angriffen getroffen worden", teilte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdelrahman, mit. "Dies wäre das erste Mal überhaupt."

Die Provinz Deir Essor verbindet Rakka, die Hauptstadt des IS, mit den von der Extremistenorganisation kontrollierten Gebieten im Irak. Zugleich befinden sich dort Ölfelder, die zu den Haupteinnahmequellen der Terroristen gehören.

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