Der UN-Sicherheitsrat hat einen Friedensplan für Syrien verabschiedet. Die 15 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums billigten am Freitag einstimmig eine Resolution, die Friedensgespräche zwischen Regierung und Opposition bereits ab Januar und Wahlen binnen 18 Monaten vorsieht. 

Unklar blieb dabei die Zukunft des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Sie ist im Text der Resolution mit keinem Wort erwähnt. Assads wichtigste Schutzmächte Russland und der Iran stehen bislang fest zu Assad. Andere Länder wie die USA fordern seinen Rücktritt.   

"Es bleiben offensichtlich große Differenzen innerhalb der internationalen Gemeinschaft, insbesondere über die Zukunft von Präsident Assad", sagte US-Außenminister John Kerry nach der Verabschiedung der Resolution. Er sagte aber auch, dass er eine neue Chance für eine militärische Zusammenarbeit mit Russland im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sehe. Die Tür stehe jetzt deutlich weiter offen.

Die Welt dürfe nicht weiter zusehen, wie das syrische Volk leidet. Jeder 20. Syrer sei tot oder verwundet und jeder fünfte auf der Flucht, sagte Kerry. Der Friedensfahrplan und die politische Beteiligung des Volkes sei zugleich die beste Waffe im Kampf gegen den IS.  

Syriens UN-Botschafter Baschar Dscha'afari kritisierte die Resolution. Es gebe "krasse Widersprüche" zwischen dem Bekenntnis, die Syrer selbst über ihr Schicksal bestimmen zu lassen, und Eingriffen in die Souveränität seines Landes, indem über eine Ablösung Assads gesprochen werde.

Außenminister aus 17 Staaten hatten stundenlang um Kompromisse für den Text gerungen, mit dem sich der Sicherheitsrat in der Syrien-Krise diesmal als geeintes und handlungsfähiges Gremium präsentieren wollte. Mehrere Resolutionen in der Vergangenheit waren an Differenzen zwischen den Veto-Mitgliedern gescheitert. 

US-Außenminister Kerry lobte "das beispiellose Maß an Einheit" im Sicherheitsrat. Die Resolution sei ein Meilenstein auf dem Weg zur Lösung des Konfliktes und gebe den Syrern "eine wirkliche Wahl, nicht zwischen Assad und Daesch, sondern zwischen Krieg und Frieden". Daesch ist das in den USA verwendete Akronym für den IS.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wird in der Resolution aufgefordert, über seinen Sondergesandten Staffan de Mistura einen landesweiten Waffenstillstand auszuhandeln. Alle UN-Staaten sollen Druck auf die mit ihnen verbündeten Gruppen ausüben, damit ein solcher Waffenstillstand zu Stande kommt und auch eingehalten wird. Ban wird aufgefordert, innerhalb eines Monats einen Plan vorzulegen, wie der Waffenstillstand durchgesetzt werden kann. Dann könnten auch Bedingungen geschaffen werden, damit Millionen von Flüchtlingen in das Land zurückkehren könnte.