Nach dem Anschlag im kalifornischen San Bernardino mit 14 Toten ist unter den US-Präsidentschaftsbewerbern ein heftiger Streit über die richtige Anti-Terror-Strategie entbrannt. Bei den Republikanern reichten die Vorschläge von Ted Cruz' vernichtenden Flächenbombardements auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" bis hin zu Donald Trumps Billigung des racial profiling.

Die mutmaßlichen Täter in San Bernardino – ein Ehepaar – waren Muslime. Trump sagte dem Fernsehsender CBS am Sonntag, er sei offen für Ermittlungen, die an der Herkunft der Verdächtigen ansetzten – dem sogenannten racial profiling. Menschen im Umfeld der Verdächtigen hätten vielleicht etwas bemerkt gehabt, es aber nicht gemeldet, aus Furcht, als Rassisten abgestempelt zu werden. Er halte das für "ziemlich schlecht". Indem er das sage, spiele er nicht mit den Ängsten der Menschen, sondern nutze nur den "gesunden Menschenverstand". Er habe auch muslimische Freunde, die über Extremismus besorgt seien.

Clinton fordert intensiveren Luftkrieg gegen IS-Ziele

Gegen den Vorschlag von Ted Cruz wandte sich dessen Konkurrent Jeb Bush. "Flächenbombardements sind keine Strategie", sagte er dem Sender ABC. In einigen Punkten stimmte er der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton zu: Die USA sollten sich um die Unterstützung sunnitischer Führer gegen den IS bemühen, Kurden bewaffnen und eine Flugverbotszone in Syrien einrichten. Er sei aber gegen Hillary Clintons Vorstoß, Personen, die auf den sogenannten Flugverbotslisten geführt werden, den Erwerb von Waffen zu verbieten. Seine Begründung: Die Flugverbotslisten seien nicht akkurat genug, um gesetzestreuen Personen den Kauf von Waffen zu verbieten.

Clinton forderte eine Intensivierung des US-amerikanischen Kampfes gegen den IS: "Wir müssen einen sehr viel robusteren Luftkrieg gegen IS-Ziele haben, gegen Öl-Infrastruktur, gegen (die IS-) Führung. Und ich denke, das ist es, was Sie vom Präsidenten hören werden."

Damit spielte Clinton auf die Fernsehrede an die Nation an, in der Präsident Barack Obama am Sonntagabend (Ortszeit) sein Sicherheitskonzept und Maßnahmenpaket vorstellen will.