Der russische Präsident Wladimir Putin hat der türkischen Führung in scharfen Worten erneut die Unterstützung von Terroristen vorgeworfen. "Wir wissen, wer jetzt in der Türkei den Terroristen hilft, sich zu bereichern, indem das gestohlene Erdöl verkauft wird", sagte Putin in einer Rede an die Nation. Das türkische Volk sei fleißig, aber das "Regime" in Ankara sei "verräterisch". 

Vergangene Woche hatte der Abschuss eines russischen Militärjets durch türkische Luftabwehr Spannungen ausgelöst. Die türkische Führung werde den Abschuss noch bedauern, sagte er. "Vielleicht weiß nur Allah, warum sie das gemacht haben. Allah beschloss, die regierende Clique in der Türkei zu bestrafen, und hat sie um den Verstand gebracht", sagte er. Die Türkei behauptete, die Maschine habe trotz Warnungen mehrfach den türkischen Luftraum verletzt. Russland bestritt das. Putin drohte nun, es werde nicht bei Wirtschaftssanktionen bleiben.

Putin erinnerte an die Anschläge, die Russland in den vergangenen Jahren getroffen haben. Er warnte zudem vor der Terrorgefahr aus Syrien und rief die internationale Gemeinschaft auf, eine breite Front gegen den Terrorismus zu bilden.

"Eine besondere Gefahr geht heute von den Kämpfern aus, die sich in Syrien angesammelt haben", sagte er vor etwa 1.000 russischen Amtsträgern im Kreml. Die Einmischung von außen habe in Ländern wie Syrien und dem Irak Chaos geschaffen. Die russischen Streitkräfte in Syrien kämpften dagegen mit Zustimmung von Präsident Baschar al-Assad und seien erfolgreich gegen den Terror.

In Syrien kämpft eine westliche Allianz aus den USA, Frankreich und Großbritannien gegen den "Islamischen Staat". Auch Russlands Militär operiert dort, ist aber dem Vorwurf ausgesetzt, nicht nur die Dschihadisten, sondern auch die Rebellen zu bekämpfen, die Assad stürzen wollen. Der Diktator führt seit mehreren Jahren einen Krieg gegen einen Teil der eigenen Bevölkerung. Das russische Militär stimmt sich mit den anderen Nationen ab, um etwa Kollisionen im Luftraum zu vermeiden.