Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist für einen Ministerposten in der neuen Regierung von Myanmar nominiert worden. Der Name der langjährigen Oppositionsführerin stand zuoberst auf der Liste der 18 künftigen Kabinettsmitglieder, die der designierte Präsident Htin Kyaw dem Parlament am Montag vorlegte. Ihre offizielle Ernennung durch die Abgeordneten wird noch für diese Woche erwartet.

Welches Amt sie künftig übernehmen wird, war zunächst unklar. Beobachter rechnen damit, dass die 70-Jährige Außenministerin wird. Das Amt sichert ihr einen Sitz im nach wie vor vom Militär dominierten mächtigen Sicherheitsrat.

Nach den komplexen politischen Regeln des südostasiatischen Landes muss sie im Gegenzug aller Wahrscheinlichkeit nach den Vorsitz ihrer Partei, der Nationalen Liga für die Demokratie (NLD), abgeben, die sie vor rund 28 Jahren gegründet hatte. Obwohl die NLD unter ihrer Führung die historischen Wahlen im November haushoch gewonnen hatte, darf Aung San Suu Kyi aus Verfassungsgründen nicht selbst Präsidentin werden, weil ihre beiden Söhne britische Pässe haben.

An ihrer Stelle wählte das Parlament vor einer Woche ihren Vertrauten Htin Kyaw an die Staatsspitze. Aung San Suu Kyi hatte allerdings schon vorher deutlich gemacht, dass sie über den neuen Staatschef hinweg die Politik des Landes bestimmen will. Die Regierung tritt am 1. April an.