Die Regierung in Venezuela setzt im Kampf gegen die Energiekrise weiter auf drastische Maßnahmen. Ab kommender Woche werde für vier Stunden pro Tag der Strom abgeschaltet, teilte der zuständige Minister Luis Motta mit.

Die Stromabschaltungen würden für einen Zeitraum von 40 Tagen gelten – oder so lange, bis die Wasserpegel am Guri-Damm sich stabilisiert hätten, sagte Motta. Der Damm stellt den Großteil der Elektrizitätsversorgung des südamerikanischen Landes sicher.

Die Ankündigung reiht sich ein in eine Serie von Energiesparmaßnahmen in den vergangenen Wochen. So hatte Präsident Nicolás Maduro den Staatsbediensteten einen Tag freigegeben, neue Feiertage ausgerufen und bekannt gegeben, eine neue Zeitzone für sein Land einführen zu wollen. Zudem schlug er vor, dass man auf Haareföhnen und Bügeln verzichten sollte.

Die Energiekrise sieht die sozialistische Regierung als Folge einer Dürre, die auf das Wetterphänomen El Niño zurückgehe. Zudem macht sie Sabotageakte ihrer politischen Gegner dafür verantwortlich. Für Experten ist hingegen ein Mangel an Investitionen in die Infrastruktur der Hauptgrund für die Krise. Venezuela hat schon seit Jahren mit Stromausfällen zu kämpfen.

Henning Suhr, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Venezuela, sagte, die Regierung trage eine Mitschuld an der Energiekrise: "In den vergangenen Jahren hat die Regierung keine neuen Stauseen und Kraftwerke in Betrieb genommen, obwohl die Bevölkerungszahl und somit der Konsum stetig gestiegen ist."