Im September 2015 wurde der Kanadier John Ridsdel auf den Philippinen von der Islamistengruppe Abu Sayyaf verschleppt. Nun haben philippinische Behörden mitgeteilt, dass Ridsdel von der Extremistengruppe enthauptet wurde. Premierminister Justin Trudeau sprach in einer kurzen Fernsehansprache von einem "kaltblütigen Mord". "Kanada verurteilt diese Brutalität rückhaltlos."

Ridsdel war im September mit einem weiteren Kanadier und einem Norweger aus einer Hotelanlage von Kämpfern der islamistischen Gruppe verschleppt worden. Die anderen Geiseln befinden sich noch in den Händen der Entführer. Bemühungen um die Freilassung seien im Gange, sagte Trudeau. Zugleich arbeite Kanada mit den philippinischen Behörden zusammen, um die Täter zu finden.

Im März war ein Video mit den drei Geiseln aufgetaucht. Die Islamisten drohten mit der Ermordung der Männer, wenn ihrer Forderung nach einem Lösegeld in Höhe von mehreren Millionen Euro nicht nachgekommen werde. In einem Video zuvor hatten sie 20 Millionen Euro für jede der Geiseln gefordert.

Der getötete Ridsdel war ein Freund von Justin Trudeaus Vorgänger an der Spitze der Liberalen Partei in Kanada, Bob Rae. Der frühere Journalist, Ölindustrievertreter und passionierte Segler arbeitete auf den Philippinen im Goldminengeschäft, bevor er in Rente ging.

Abu Sayyaf wurde in den 1990er Jahren mit Geld von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden gegründet. Die Gruppe wurde durch die Entführung zahlreicher Ausländer bekannt. Erst im Oktober ließ sie zwei Deutsche nach einem halben Jahr in Geiselhaft frei. Neben den wiederholten Entführungen von Christen und Ausländern, um Lösegeld zu erpressen, verübte die Gruppe zahlreiche Anschläge.