Der EU-Antiterrorbeauftragte Gilles de Kerchove hat gewarnt, dass es bedeutende Lücken bei der Erfassung von islamistischen Terroristen gebe. Europol habe lediglich 2.965 EU-Bürger registriert, die als Kämpfer nach Syrien oder in den Irak gereist seien, heißt es in einem Schreiben Kerchoves, dass den EU-Innenminister vorgelegt wurde. Der Antiterrorbeauftrage schätzt, dass die Zahl deutlicher höher, bei etwa 5.000 EU-Bürgern, liegen müsse.

"Diese Lücke zwischen den Zahlen bedeutet, dass einige Mitgliedstaaten ihre Informationen nicht in alle gemeinsamen Datenbanken einspeisen", sagte ein EU-Vertreter. "Gefährliche Individuen können damit zurückkommen, ohne erkannt zu werden."

Die EU fürchtet, dass Kämpfer unter anderem für den IS Anschläge verüben könnten, wenn sie aus den Kriegsgebieten nach Europa zurückkehren. Die Sicherheitsbehörden schätzen, dass aus Deutschland etwa 800 Menschen nach Syrien oder in den Irak gereist seien, um dort zu kämpfen. Etwa ein Drittel von ihnen soll zurückgekehrt sein.

Während des Treffens der Innenminister forderte der Innenkommissar der EU, Dimitris Avramopoulos, dass die nationalen Sicherheitsbehörden mehr Daten austauschen müssen. "Fragmentierung macht uns verletzlich", sagte er. "Die Zeit für einen echten Kulturwandel ist gekommen."

Problematisch sei auch, dass aus technischen Gründen die unterschiedlichen Datenbanken nicht mit einander vernetzt werden können, die auf EU-Ebene genutzt werden. "Unsere Datenbanken müssen komplementär, zugänglich und mit einem Klick verbunden sein", forderte Avamopoulos. Die Innenminister beschlossen bei ihrem Treffen, eine gemeinsame Schnittstelle zu schaffen.

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