Die EU hat im Rahmen des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei bisher mehr als 300 Migranten zurückgebracht und zugleich 74 syrische Flüchtlinge aus der Türkei aufgenommen, teilte Zuwanderungskommissar Dimitris Avramopoulos mit. Die Umsetzung der Vereinbarung sei eine große Herausforderung.

Am Montag und Freitag vergangener Woche waren im Rahmen des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes erstmals jeweils 202 und 123 Schutzsuchende von den griechischen Inseln Lesbos und Chios in die Türkei zurückgeschickt worden.

Laut dem Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei sollen alle Migranten, die seit dem 20. März illegal in Griechenland eingereist sind, in die Türkei zurückgeführt werden. Ausgenommen sind nur Asylsuchende, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden.

Beide Seiten waren übereingekommen, dass die EU für jeden aus Griechenland abgeschobenen Syrer einen syrischen Bürgerkriegsflüchtling direkt aus der Türkei aufnimmt. Die Umsetzung des Abkommens begann am 4. April. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsgruppen befürchten, dass dabei Menschenrechte verletzt werden könnten.

Die Zahl der Flüchtlinge, die aus der Türkei nach Griechenland kommen, bleibt im Vergleich zu den vergangenen Monaten allerdings niedrig. Innerhalb von 24 Stunden hätten nur noch 80 Migranten vom türkischen Festland auf griechische Ägäis-Inseln übergesetzt, teilte der Stab für die Flüchtlingskrise in Athen mit. Am Vortag waren es 18 und am Wochenende insgesamt 282 Menschen gewesen.

Im Vergleich dazu waren nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) im Vormonat im Durchschnitt knapp 900 Migranten täglich auf den Inseln angekommen. In den ersten zehn Apriltagen trafen im Durchschnitt 170 Menschen täglich ein.


Flüchtlingspolitik - Die Ghostwriter der Kanzlerin Das EU-Türkei-Abkommen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise beruht auf einem Plan der kleinen Denkfabrik ESI. Wer steht dahinter?