Der stellvertretende Präsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, sieht die Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei in einer schwierigen Phase. In Fragen der Grundrechte und der Pressefreiheit habe es "in den vergangenen Jahren einen Rückschritt gegeben", sagte Timmermans der ZEIT.

Der frühere niederländische Außenminister wies zudem Drohungen der türkischen Regierung, das Flüchtlingsabkommen mit der EU platzen zu lassen, zurück. Die EU sei "sicher nicht" erpressbar, sagte Timmermans.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte angekündigt, die Türkei könne Flüchtlinge wieder durchreisen lassen, falls die EU die Visumspflicht für Türken nicht aufhebe. Timmermans entgegnet nun: "Die Vereinbarung, die wir mit den Türken auf ihren Wunsch hin getroffen haben, bestand darin, den bereits zuvor begonnenen Prozess hin zum visafreien Reisen für türkische Bürger zu beschleunigen. Um aber dahin zu gelangen, gibt es klare Anforderungen, die die Türkei erfüllen muss. Die Türkei ist jetzt am Zug." Er glaube, sagte Timmermans weiter, "dass die Türkei uns letztlich mehr braucht als wir sie".