Der bayerische Finanzminister Markus Söder will Österreich logistisch bei möglichen Grenzkontrollen am Brenner unterstützen. "Die bayerische Staatsregierung prüft gerade, ob bayerische Beamte den österreichischen Kollegen bei den Kontrollen helfen können", sagte der CSU-Politiker der Bild am Sonntag.

Auch Italien solle sich dem anschließen, forderte Söder. "Auch Italien wird verstehen, dass das Durchwinken von Flüchtlingen kein politisches Konzept mehr ist." Der bayerische Minister glaubt, Grenzkontrollen am Brenner könnten unvermeidlich werden. 

Viele Flüchtlinge hatten sich durch Mazedonien und andere osteuropäische Staaten bis nach Zentraleuropa durchgeschlagen, um dort Asyl zu beantragen. Durch die Schließung der Balkanroute sitzen Zehntausende Menschen im griechischen Idomeni fest. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und der mazedonischen Polizei am Grenzzaun.

Jetzt wird befürchtet, dass die Flüchtlinge verstärkt auf anderem Wege versuchen, nach Europa zu gelangen. Dabei könnten sie auch den Brennerpass überqueren. In Erwartung der neuen Flüchtlingswege hat die österreichische Regierung bereits Soldaten in das Gebiet geschickt und mit dem Zaunbau begonnen.

Die italienische Regierung ist über das Vorgehen Österreichs verärgert. Die "improvisierte Mauer" sei jedenfalls ein fataler Fehler, sagte der italienische Staatssekretär für Europafragen, Sandro Gozi. Er appellierte nochmals an das Nachbarland, das Vorhaben zu überdenken.

Auch die EU-Kommission reagierte verärgert. Sie monierte, nicht in die Pläne Österreichs eingeweiht gewesen zu sein. Die Kommission wolle prüfen, ob der Zaunbau überhaupt Schengen-konform ist.