Zwölf Tage nach den Terroranschlägen in Brüssel ist am Sonntag erstmals wieder ein Passagierflugzeug gestartet. Als erstes Flugzeug hob eine Maschine von Brussels Airlines in Richtung der portugiesischen Stadt Faro ab. Der Start wurde von einer Schweigeminute und anschließendem Applaus von Flughafenmitarbeitern und von Regierungsvertretern begleitet.

Brussels Airlines will am Sonntag noch zwei weitere Maschinen nach Athen und Turin schicken. Der Vorstandsvorsitzende der Brüsseler Flughafengesellschaft, Arnaud Feist, bezeichnete dies als symbolischen Neustart des Flughafens. Am Montag sollten die Mitarbeiter bereits wieder 800 Passagiere pro Stunde abfertigen können. Das entspricht 20 Prozent der ursprünglichen Kapazität. Feist hofft, im Juli wieder die volle Auslastung erreichen zu können – rechtzeitig zum Beginn der Sommerferien. Am Flughafen von Brüssel starteten und landeten vor den Anschlägen 600 Flüge pro Tag.

Ein Sprecher der Polizei sagte, Fluggäste sollten mindestens zwei Stunden vor Abflug zum Flughafen kommen. Der Grund sind neue Vorkontrollen, die auch eine Reaktion auf die Forderungen von Sicherheitskräften und Polizeigewerkschaftern sind. "Wir fordern maximale Garantien die Sicherheit betreffend. Dazu gehören Kontrollen von Personen und Gepäck vor dem Einchecken", hatte der Chef der Polizeigewerkschaft, Vincent Gilles, in einem belgischen Fernsehbeitrag gesagt. Der Flughafenbetreiber hatte dies zunächst abgelehnt. Die vor dem Eingang wartenden Passagiere seien ein leichtes Ziel für Attentäter, hieß es.

Das Sicherheitskonzept soll nun umfassend ausgebaut werden, berichtet die ARD. Die Flughafenpolizei soll demnach mit einer besseren Ausrüstung ausgestattet werden. 

Zudem muss die Abfertigungshalle repariert werden. Nach Angaben des Betreibers werde es Monate dauern, bis der Betrieb wieder normal läuft. Mit 260 Unternehmen unter seinem Dach und 20.000 Mitarbeitern zählt der Flughafen zu Belgiens größten Arbeitgebern. Der Betreiber rechnet durch die Schließung mit Verlusten in Höhe von fünf Millionen Euro pro Tag. Von den im Flughafengebäude ansässigen Unternehmen haben bislang nur wenige ihre Verluste bekannt gegeben.

Am 22. März starben bei Anschlägen auf den Brüsseler Flughafen und die U-Bahnstation Maelbeek 32 Menschen. Der "Islamische Staat" hat sich zu den Attentaten bekannt. Die Angriffe hatten eine Debatte über die Fehler der Sicherheitsbehörden in der Antiterrorarbeit ausgelöst. Belgiens Innenminister Jan Jambon sowie Justizminister Koen Geens hatten ihren Rücktritt angeboten, nachdem bekannt geworden war, dass die Türkei bereits im Juli 2015 vor einem der Attentäter gewarnt hatte.