Die Enthüllungen der sogenannten Panama Papers um Briefkastenfirmen in Steueroasen treffen nun auch den rechtsextremen Front National (FN) in Frankreich. Wie die Tageszeitung Le Monde berichtet, haben Vertraute von Parteichefin Marine Le Pen ein "ausgeklügeltes Offshoresystem" entwickelt, um über Tarnfirmen und falsche Rechnungen Geld aus Frankreich zu schaffen.

Ziel sei es gewesen, den "französischen Anti-Geldwäsche-Behörden zu entgehen", schreibt die Zeitung. Das Geld sei über Hongkong, Singapur, die Britischen Jungferninseln und Panama geflossen.

Die Enthüllungen, die auf geleakte Dokumente der in Panama-Stadt ansässigen Kanzlei Mossack Fonseca zurückgehen, erschüttern seit Sonntag zahlreiche Länder. Der Front National wiederum steht seit Längerem wegen Steuerbetrugs im Verdacht. Erst vergangenen November hatten Ermittler das Büro von Jean-Marie Le Pen, dem Gründer und langjährigen Vorsitzenden des FN, durchsucht.

Panama Papers - Recherchenetzwerk enthüllt globalen Finanzbetrug Ein internationaler Zusammenschluss aus Redaktionen hat durch zugespielte Dokumente ein weltweites Netz an Steuerbetrügern enthüllt. Viele Briefkastenfirmen in Panama verschleierten über Jahre die Kapitalflucht.

Ende April hatte die investigative Onlinezeitschrift Mediapart enthüllt, dass die Anti-Geldwäsche-Abteilung des Finanzministeriums (Tracfin) wegen eines Trusts auf den britischen Jungferninseln ermittelt, der von Genf aus verwaltet wurde und auf den persönlichen Assistenten von Le Pen lief. Demnach enthielt er 2,2 Millionen Euro, davon 1,7 Millionen in Gold. Nach Angaben aus Justizkreisen wurde das Konto 2014 geschlossen und das Geld auf eine Bank auf den Bahamas überwiesen. Le Pen bestritt, an einem Trust im Ausland beteiligt zu sein.