Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat Russland eine Rückkehr in den Kreis der großen Industrienationen in Aussicht gestellt. Vor dem Treffen der G7-Außenminister, das an diesem Sonntag im japanischen Hiroshima beginnt, sagte Steinmeier: "Ich würde mir wünschen, dass G7 nicht das dauerhafte Format bleibt, sondern dass wir Bedingungen schaffen, um zu G8 zurückzukehren." Zugleich schränkte er ein: "Aber in diesem Jahr haben wir sie noch nicht."

Russland war 2014 wegen der Annexion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim aus der Gruppe der acht Industrienationen, der damaligen G8, ausgeschlossen worden. Seither beraten die Staaten nur noch im Siebener-Kreis. Als Grundvoraussetzung für eine Rückkehr nannte Steinmeier, dass Russland zu einer "politischen Lösung" des Ukraine-Konflikts beitrage. Zudem müsste die "konstruktive Rolle" des Landes bei den Friedensbemühungen in Syrien von Dauer sein.

"Es zeigt sich, dass keiner der großen internationalen Konflikte ohne Russland zu lösen ist", sagte der SPD-Politiker. Mit Blick auf Syrien fügte er hinzu: "Wir werden jetzt über das Jahr sehen, ob Russland diese konstruktive Rolle aufrecht erhält. Und dann wird es sicherlich eine Debatte innerhalb der G7-Staaten geben, wann eine Rückkehr möglich ist und welche Bedingungen dafür zu erfüllen sind."

Wichtigste Themen des Treffens in Hiroshima sind neben den Konflikten in Syrien und in der Ukraine der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus sowie die Bemühungen um nukleare Abrüstung. Die japanische Stadt war am 6. August 1945 durch den Abwurf der ersten Atombombe von den USA zu großen Teilen zerstört worden. Gleich in den ersten Stunden gab es etwa 70.000 Tote, der Abwurf wirkt bis heute nach.

Zur G7 gehören neben dem diesjährigen Gastgeber Japan und Deutschland auch die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Italien. Der nächste G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs findet im Mai in der japanischen Kleinstadt Shima statt. Im nächsten Jahr ist Italien mit dem Vorsitz an der Reihe. Parallel dazu wird Deutschland den Vorsitz in der Gruppe der 20 großen Industrie- und Schwellenländer (G20) haben.