Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) hat in der britischen Bevölkerung genauso viele Anhänger wie Gegner. Eine Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Times zeigt für beide Parteien eine Zustimmung von 39 Prozent. Eine Woche zuvor hatten die Gegner des Austritts noch 40 Prozent Zustimmung und die Befürworter 38 Prozent.

Von den insgesamt 1.693 befragten Personen gaben fünf Prozent an, sich nicht an der Abstimmung zu beteiligen. Ob Großbritannien aus der EU austritt, soll am 23. Juni 2016 durch einen Volksentscheid geklärt werden.

Der Grund für den Zulauf der Befürworter eines Austritts könnte die sinkende Beliebtheit des britischen Premierministers David Cameron sein: Laut der Umfrage verlor Cameron seit Februar acht Punkte und lag mit 21 Prozent in der Wählergunst erstmals hinter Jeremy Corbyn, dem Parteivorsitzenden der Labour Party. Der prominenteste Befürworter eines Brexits, Londons Bürgermeister Boris Johnson, verlor auch acht Punkte und kommt in der Umfrage auf 26 Prozent Zustimmung. Damit liegt er aber immer noch vor David Cameron.

Cameron hat sich gegen einen Brexit ausgesprochen. Um mehr Zustimmung in der Bevölkerung zu erzielen, hatte sich der britische Premierminister von anderen EU-Staaten weitreichende Sonderregelungen zusichern lassen. Dazu gehört eine "Notbremse", die ein Beschränken von bestimmten Sozialleistungen für zugewanderte EU-Bürger erlauben soll.

David Cameron selbst steht seit Tagen in der Kritik, nachdem durch die Panama Papers öffentlich geworden war, dass Camerons Vater eine Briefkastenfirma besaß. Cameron räumte daraufhin ein, auch Beteiligungen an der Briefkastenfirma gehabt zu haben.