Im Jemen sind seit Beginn der Waffenruhe vor drei Tagen mindestens 35 Kämpfer regierungstreuer Truppen und eine unbestimmte Zahl von Aufständischen getötet worden. Nach Angaben des Militärs griffen Aufständische vor allem Stellungen in der Umgebung der Hauptstadt Sanaa an. 26 regierungstreue Kämpfer wurden demnach in Nihm, nordöstlich von Sanaa, neun weitere in Sarwah im Osten getötet.

Die Waffenruhe war in der Nacht zu Montag in Kraft getreten. Alle Konfliktparteien hatten zuvor angekündigt, sich an die Vereinbarung zu halten. Für kommenden Montag sind in Kuwait Friedensgespräche angesetzt. In der Provinz Schabwa im Süden wurden am Mittwoch bei einem Angriff mit Granaten drei Kinder getötet.

Außerdem sind mindestens 16 Menschen durch Überflutungen ums Leben gekommen. Die Menschen seien beim Einsturz ihrer Häuser in der nordwestlichen Provinz Hadscha gestorben, sagte ein lokaler Verantwortlicher.

Hauptstadt Sanaa überflutet

Starker Regen habe Dutzende Häuser in der Provinz zerstört. Rund 300 Menschen hätten ihr Zuhause verlassen müssen. Anwohner berichteten von Straßen, die wegen der Überflutungen blockiert waren.

Nördlich von Sanaa seien mehrere Dämme gebrochen, teilten Sicherheitsbeamte und das Innenministerium mit. Die Wassermassen hätten Straßen überflutet, Autos fortgeschwemmt und Kühe mitgerissen. Auch Sanaa selbst und die Hafenstadt Aden im Süden des Landes seien betroffen gewesen.

Seit einem Jahr herrscht ein Bürgerkrieg im Jemen, der das Land in eine humanitäre Krise gestürzt hat. Die schiitische Huthi-Miliz hatte Anfang vergangenen Jahres Sanaa und andere jemenitische Städte erobert und den sunnitischen, international anerkannten Übergangspräsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi zur Flucht gezwungen. Seit März 2015 flog eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens Luftangriffe im Jemen, um die vom Iran unterstützten Rebellen zurückzudrängen und Hadi eine Rückkehr an die Macht zu ermöglichen.

Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt seit dem Eingreifen Saudi-Arabiens etwa 6.300 Menschen getötet. Laut des UN-Nothilfekoordinators mussten 2,4 Millionen Menschen, ein Zehntel der Bevölkerung, ihre Häuser verlassen.