Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat bei einer Offensive im Süden des Jemen nach eigenen Angaben mehr als 800 Kämpfer des Terrornetzwerks Al-Kaida getötet. Unter den Getöteten seien auch mehrere Anführer der Gruppe, meldete die amtliche Nachrichtenagentur SPA. Einige andere hätten fliehen können. Jemenitische Truppen hatten demnach am Sonntag mit Luftunterstützung der saudi-arabischen Koalition die 200.000-Einwohner-Stadt Mukalla von den Dschihadisten zurückerobert.

Rund 2.000 Soldaten seien in die Küstenstadt vorgerückt, sagten Anwohner. Kämpfer der Extremistenorganisation hätten sich im Gegenzug aus Mukalla zurückgezogen. Zuvor waren bei Luftangriffen nach Angaben von Augenzeugen 30 Kämpfer der Extremistenmiliz getötet worden. Al-Kaida-Kämpfer waren vor rund einem Jahr in die Stadt eingefallen und hatten sie besetzt.

Die im März 2015 begonnenen Luftangriffe der sunnitischen arabischen Militärkoalition richten sich gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee, die Anfang vergangenen Jahres die Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert und Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen hatten. Die Militärkoalition will die Huthi-Rebellen zurückdrängen und Hadi ermöglichen, an die Macht zurückzukehren.

In den Auseinandersetzungen wurden mehr als 6.000 Menschen getötet. Betroffen ist vor allem das von Huthis kontrollierte Zentrum und der Norden des Landes, während sich im Süden ein Sicherheitsvakuum bildete. Die jemenitische Regierung ringt derzeit bei einem Treffen mit Vertretern der Huthi-Rebellen in Kuwait um eine Lösung.

Der Jemen gilt als Hochburg der islamistischen Al-Kaida. Der örtliche Ableger wird von westlichen Experten als besonders gefährlich eingestuft. Die USA setzten jahrelang Drohnen gegen Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel ein. Die Gruppe bekannte sich unter anderem zum tödlichen Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo im vergangenen Jahr.