Zum Abschluss des internationalen Nukleargipfels in Washington haben die Teilnehmerstaaten vor der wachsenden Gefahr gewarnt, dass atomare Waffen in die Hände von Extremisten geraten könnten. Dieses Risiko "entwickelt sich fortwährend", hieß es in der gemeinsamen Abschlusserklärung der Gipfelteilnehmer. "Mehr Arbeit muss noch getan werden, um nichtstaatliche Akteure davon abzuhalten, atomares oder anderes radioaktives Material zu bekommen, das für bösartige Zwecke benutzt werden könnte", hieß es in der Erklärung. Die Teilnehmerstaaten bekräftigten ihre "Verpflichtung zu unseren gemeinsamen Zielen der atomaren Abrüstung, Nicht-Verbreitung und der friedlichen Nutzung von Atomenergie".

US-Präsident Barack Obama unterstrich die Dringlichkeit, gegen die Gefahr des atomaren Terrorismus vorzugehen. "Kein Zweifel: Wenn diese Verrückten dieses Material in die Hände kriegten, würden sie so viele Menschen töten wie möglich", sagte er. Er verwies etwa auf das Interesse der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) an radioaktivem Material

Obama betonte bereits erreichte Fortschritte und sprach von einer signifikanten Reduzierung hoch angereicherten Urans in einer Reihe von Ländern. Allein dieses Material, das einer Größenordnung von etwa 150 Atomwaffen entspreche, stehe Terroristen schon nicht mehr zur Verfügung. "Das Thema taugt nicht immer für grelle Schlagzeilen", sagte Obama, weil nukleare Sicherheit sehr technisch sei. Aber große Teile der Welt stellten nun kein potenzielles Sicherheitsrisiko hinsichtlich eines Diebstahls nuklearen Materials mehr dar. Das sei ein großer Erfolg der vergangenen vier Nukleargipfel. "Bis heute haben sich mehr als zwölf Länder von sämtlichem hoch angereicherten Uran und Plutonium getrennt", sagte Obama.

"Unsere Arbeit ist mitnichten zu Ende", sagte der US-Präsident. Es gebe noch jede Menge nukleares Material, das reduziert oder beseitigt werden müsse. Auch wüchsen vielerorts die Plutoniumbestände. Obama mahnte ein gemeinsames internationales Vorgehen an, um die Bestände nuklearen Materials zu sichern: "Keine Nation kann das alleine lösen." Die Gefahr eines nuklearen Terrorismus bestehe fort und wachse weiter an. Aber: "Bisher hat keine terroristische Gruppe Zugriff auf nukleares Material bekommen", sagte Obama.

Staats- und Regierungschefs aus mehr als 50 Ländern waren zum Gipfel in Washington angereist. Deutschland wurde von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vertreten. Russland hatte eine Teilnahme an den Gesprächen in Washington abgelehnt. Eine Reihe der beteiligten Staaten, unter ihnen auch Deutschland, vereinbarte die Einsetzung einer Kontaktgruppe für nukleare Sicherheit.