Die Rechtspopulisten der FPÖ haben in Österreich bei der Wahl zum Bundespräsidenten einen Erfolg erzielt. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer erhielt laut dem vorläufigen Endergebnis 35,3 Prozent der Stimmen und lag damit weit vor den anderen fünf Kandidaten. Es ist das bisher beste Ergebnis der FPÖ auf Bundesebene.

Da Hofer die 50-Prozent-Hürde verfehlte, kommt es am 22. Mai zu einer Stichwahl der beiden Bestplatzierten. Hofer wird somit gegen den Kandidaten der Grünen Alexander Van der Bellen antreten. Der erhielt 21,3 Prozent der Stimmen. Die frühere Richterin Irmgard Griss kommt auf 19,0 Prozent.

Wenig Stimmen für Regierungskandidaten

Schlecht ging die Wahl für die Bewerber der rot-schwarzen Regierung aus. Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP) kamen auf jeweils rund elf Prozent. Den Bauunternehmer Richard Lugner wählten 2,3 Prozent.

Fast 68 Prozent der Wahlberechtigten stimmten ab. Schon am Nachmittag hatte sich eine hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet. In der Steiermark etwa hatte der stellvertretende Landeswahlleiter eine Beteiligung von 70 Prozent erwartet, meldete der Sender ORF. 2010 seien es nur 47 Prozent gewesen. 

Flüchtlingskrise beeinflusst Wahlergebnis

In Umfragen vor der Wahl lag der ehemalige Parteichef der Grünen, Alexander Van der Bellen vorn. Knapp dahinter folgten der Kandidat der FPÖ Norbert Hofer, sowie die unabhängige Irmgard Griss.

Die Flüchtlingskrise, die schon die Wahlen in Wien und Oberösterreich im Herbst dominierte, beeinflusse auch die Wahl des Bundespräsidenten, sagten Meinungsforscher. "Ein Wahlmotiv oder Nicht-Wahlmotiv wird die grundsätzliche Positionierung der Kandidaten sein", sagte der Politologe Peter Filzmaier. Während der ehemalige Universitätsprofessor Van der Bellen den Asylkurs der österreichischen Regierung als teilweise zu hart bezeichnet, spricht der FPÖ-Kandidat Hofer von einer zu weichen Haltung.