In Simbabwe haben mehr als 2.000 Menschen gegen den Präsidenten Robert Mugabe protestiert. Die Demonstranten forderten eine Erklärung für das Fehlen von 15 Milliarden Dollar Steuereinnahmen aus Diamantengeschäften.

Mugabe müsse darlegen, wo das Geld geblieben ist, sagte Oppositionsführer Morgan Tsvangirai. Die Regierung hatte Ende Februar Diamantenminen in der Region Marange, östlich von Harare, beschlagnahmt. Mugabe sagte daraufhin, die Bergbauunternehmen hätten es versäumt, Steuergelder in Höhe von 15 Milliarden Dollar zu zahlen. Simbabwe besitzt eines der größten Diamantenvorkommen weltweit, gehört jedoch zu den ärmsten Ländern der Welt.

Die Opposition hatte die Proteste organisiert. Es soll die größte Demonstration gegen Mugabe seit zehn Jahren gewesen sein. "Mugabe muss weg", hieß es auf den Transparenten vieler Demonstranten in der Hauptstadt Harare. Der 92-jährige Staatschef ist in dem Land im südlichen Afrika seit gut drei Jahrzehnten an der Macht.

Gericht hatte Proteste gestattet

Ein großes Aufgebot von Bereitschaftspolizisten verfolgte den Protestmarsch, schritt aber anders als bei früheren Demonstrationen nicht ein. Zuvor hatte ein Gericht ein Verbot der Proteste durch die Polizei aufgehoben.

Die Wirtschaft von Simbabwe müsse angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen werden, forderte Oppositionsführer Tsvangirai. Die Mehrheit der Simbabwer lebe in großer Armut.

Auf Spruchbändern und Plakaten setzten sich Demonstranten mit Wahlversprechen Mugabes auseinander. Zu seiner Ankündigung von 2013, er werde mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze schaffen, fragten sie: "Wo sind unsere 2,2 Millionen Jobs?" Während offizielle Statistiken von einer Arbeitslosenrate im einstelligen Bereich sprechen, gehen Gewerkschaften von rund 80 Prozent aus.

"Wir fordern keinen Sturz der Regierung", rief Tsvangirai den Kundgebungsteilnehmern zu. "Wir fordern einen würdevollen Abgang für den erschöpften Mugabe." Der Präsident steht seit der Unabhängigkeit 1980 an der Spitze des Landes. Trotz seines vorgeschrittenen Alters von 92 Jahren hält er noch gelegentlich längere öffentliche Reden. Es wird damit gerechnet, dass er im Jahr 2018 eine Wiederwahl anstrebt. 

Simbabwe machte seit der Jahrtausendwende einen beispiellosen wirtschaftlichen Niedergang durch. Nachdem die nationale Währung durch eine gewaltige Inflation vollends entwertet wurde, dient inzwischen der US-Dollar als Zahlungsmittel. Die einst blühende Landwirtschaft liegt brach, es gibt immer wieder Hungersnöte. "Wir sind hier, um Mugabe und seinem Regime zu sagen, dass sie gescheitert sind", sagte Tsvangirai.