Bei der Parlamentswahl in Südkorea hat die Regierungspartei von Präsidentin Park Geun Hye eine schwere Schlappe erlitten. Nach 16 Jahren an der Macht verlor die Saenuri-Partei ihre Mehrheit und kam nur noch auf 122 der insgesamt 300 Sitze im Parlament. Die größte Oppositionspartei, die linksliberale Minjoo, kam auf ein Mandat mehr. Die neu gegründete Volkspartei erreichte 38 Sitze. Damit ist zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder eine dritte Partei mit Fraktionsstärke in der Nationalversammlung vertreten.

Die Machtverschiebung im Parlament ist eine große Überraschung, weil die Saenuri trotz wirtschaftlicher Flaute in Asiens viertgrößter Volkswirtschaft als Favoritin in die Wahl gezogen war. Die Schlappe der konservativen Partei zeigt nach Meinung von Experten, dass die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wegen innerparteilicher Kämpfe um Listenplätze vor der Wahl größer war als erwartet. Vor vier Jahren gewann die Saenuri mit einer knappen Mehrheit von 152 Sitzen.

Die Saenuri-Partei erklärte, sie erkenne die Niederlage an. "Die Saenuri-Partei akzeptiert demütig das Wahlergebnis und die Stimme der Wähler", sagte Parteisprecher Ahn Hyung-Hwan vor Journalisten. "Die Menschen sind zutiefst enttäuscht von uns."

Für die Präsidentin ist der Ausgang ein Rückschlag. Sie dürfte nun noch mehr Probleme haben, ihre Gesetzesvorhaben zum Ankurbeln der schleppenden Konjunktur durchzusetzen.