Die Baath-Partei von Präsident Baschar al-Assad ist erwartungsgemäß zur Siegerin der Parlamentswahl in Syrien erklärt worden. Nach Angaben der Wahlkommission in Damaskus gewannen alle 200 Kandidaten der Nationalen Einheitsliste, die von der Baath-Partei und verbündeten kleineren Gruppierungen gebildet wurde, einen Sitz im Parlament. Insgesamt zählt das Abgeordnetenhaus 250 Mitglieder, Assad kann sich dort also weiterhin auf eine klare Mehrheit seiner seit fünf Jahrzehnten herrschenden Partei stützen.

Die Wahlkommission gab die Beteiligung mit knapp 58 Prozent an. Abstimmen durften nur jene Wahlberechtigte in dem Bürgerkriegsland, die in Gebieten leben, die unter der Kontrolle der Regierungskräfte stehen. Nach Angaben der Kommission hatten sich mehr als 11.000 Kandidaten für die Abstimmung aufstellen lassen. Es war das zweite Mal seit Beginn des Bürgerkriegs 2011, dass die syrische Führung ein neues Parlament wählen ließ. 

Die syrische Opposition hatte zum Boykott der Wahl aufgerufen. Auch die Vereinten Nationen wollen das Ergebnis nicht anerkennen: Sie plädieren dafür, im Rahmen eines Friedensprozesses in den nächsten 18 Monaten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen abzuhalten.

Im Juni 2014 hatte die letzte Präsidentschaftswahl in Syrien stattgefunden. Assad erreichte damals 88,7 Prozent der Stimmen. Die zwei Gegenkandidaten kamen auf 4,3 und 3,2 Prozent.