Die türkische Polizei hat Medienberichten zufolge 101 angebliche Gülen-Unterstützer verhaftet. Unter den Festgenommenen in Istanbul und acht weiteren Städten seien auch führende Manager des Baukonzerns Dumankaya, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Präsident Recep Tayyip Erdoğan wirft Fethullah Gülen vor, eine terroristische Organisation zu betreiben, die den Sturz der Regierung vorbereite. 2014 verhängte ein türkisches Gericht einen Haftbefehl gegen Gülen, der in den USA im selbst gewählten Exil lebt.

Die jüngsten Festnahmen sind Teil der landesweiten Polizeiaktionen gegen Tausende Gülen-Anhänger. Zuletzt wurden laut Anadolu 140 Haftbefehle ausgestellt. Die Vorwürfe lauten meist auf Mitgliedschaft oder Finanzierung einer terroristischen Gruppierung und Verbreitung von terroristischer Propaganda.

Zu den nun Inhaftierten gehören auch 41 Mitarbeiter der Bank Asya, die von Gülen-Anhängern gegründet worden war und im vergangenen Jahr von der Regierung beschlagnahmt wurde.

Erdoğan beschuldigt den Prediger Gülen, einen Parallelstaat zu bilden, um die Regierung zu stürzen. Er soll sich dabei auf Helfer in Justiz, Polizei und Medien stützen können. Die Anhänger der Gülen-Bewegung betreiben in der Türkei Schulen und sind in der Medienbranche aktiv. Die kürzlich unter staatliche Aufsicht gestellte Zeitung Zaman sowie die Agentur Cihan sollen der Bewegung nahestehen. Die Vorwürfe Erdoğans weisen sie zurück.