Bei militärischen Scharmützeln in der Ostukraine sind zwei Menschen getötet worden. Sowohl die ukrainische Regierung als auch die prorussischen Rebellen meldeten am Samstag, angegriffen worden zu sein. Die Ukraine sprach von Beschuss durch die von Russland unterstützten Separatisten in der Nähe des Orts Awdijiwka, der von der Regierung kontrolliert wird. Nach Angaben der Rebellen intensivierten die Regierungstruppen das Feuer.

Nördlich der Großstadt Donezk lieferten sich die ukrainische Armee und die Separatisten schwere Gefechte. Die Separatisten versuchten, ein Industrieviertel am Rand der Stadt Awdijiwka zu erobern, teilte das ukrainische Kommando mit. Die Stadt sei derzeit der gefährlichste Ort. Dort seien vier ukrainische Soldaten verletzt worden. Eine Rentnerin wurde auf ihrem Grundstück durch Beschuss getötet.

Die Ukraine warf der Gegenseite 73 Angriffe auf Armeestellungen innerhalb der letzten 24 Stunden vor. Die Separatisten listeten ihrerseits zahlreiche Angriffe des ukrainischen Militärs auf. Dabei sei ein Kämpfer getötet und zwei Zivilistinnen seien verletzt worden, sagte deren Militärsprecher.

OSZE fordert Ende der Kämpfe

Die Ukraine forderte, dass Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) jeweils in Awdijiwka und auf der anderen Frontseite in Jassynuwata patrouillieren sollten. Die Beobachtermission entgegnete, sie sei bereits täglich an diesen Frontabschnitten im Einsatz.

Der Sonderbeauftragte für den deutschen OSZE-Vorsitz, Gernot Erler, nannte die zunehmenden Verstöße gegen den Waffenstillstand und die Präsenz schwerer Waffen im Konfliktgebiet beunruhigend. Er rief alle Seiten dazu auf, sich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten und unverzüglich alle Kampfhandlungen einzustellen. Ein nachhaltiger Waffenstillstand sei dringend notwendig. Angriffe auf zivile OSZE-Beobachter oder ihre Bedrohung mit vorgehaltener Waffe seien völlig inakzeptabel.

Der Konflikt in der Ostukraine brach 2014 aus und hat inzwischen mehr als 9.100 Menschen das Leben gekostet. Einige Gebiete sind unter Kontrolle der Rebellen. Nach dem Waffenstillstandsabkommen von 2015 flauten die Kämpfe ab, doch wird die Feuerpause immer wieder von beiden Seiten gebrochen. Eine politische Lösung des Konflikts steht weiter aus.