Im Kampf um die US-Präsidentschaftskandidatur der Republikaner hat Ted Cruz die Unterstützung aus Wyoming gewonnen. Er sicherte sich am Samstag den Rückhalt aller 14 Delegierten des US-Bundesstaates. Damit schrumpfte Donald Trumps Vorsprung weiter – allerdings nur geringfügig.

Bereits vor dem Erfolg am Samstag hatte Cruz im März in dem US-Staat neun von zwölf verfügbaren Wahlmännern und -frauen hinter sich vereinen können. Der Spitzenreiter Donald Trump und der mittlerweile ausgestiegene Marco Rubio hatten jeweils eine Stimme erhalten, eine ist nach wie vor unentschieden.

Cruz war der einzige Bewerber, der vor den Teilnehmern der Tagung in der Stadt Casper eine Rede hielt. Darin versprach er, den "Krieg gegen Kohle" (englisch: "war on coal") von US-Präsident Barack Obama zu beenden.

Der milliardenschwere Immobilienunternehmer Trump hatte sich kaum um den ländlich geprägten Bundesstaat bemüht. Er kritisiert das Verfahren, wie die Delegiertenstimmen vergeben werden. Anders als in den meisten US-Bundesstaaten wird in Wyoming wie auch in Colorado nicht gewählt. Stattdessen bestimmt eine Versammlung, für wen die Delegierten entsandt werden.

Trump hat bislang 21 Vorwahlen gewonnen, Cruz lediglich zehn. Dennoch beträgt der Vorsprung von Trump nur 196 Delegierte. Das bedeutet, dass Trump bei den verbliebenen Vorwahlen fast 60 Prozent der Delegierten hinter sich bringen muss, um beim Parteitag der Republikaner im Juli automatisch nominiert zu werden. Ted Cruz und John Kasich, der Gouverneur aus Ohio, kämpfen auch um kleine Staaten, um eine automatische Nominierung Trumps zu verhindern. Die nächste größere Vorwahl findet am Dienstag in New York statt.

Vorsprung Clintons schmilzt

Auch der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders konnte seinen Rückstand auf die Favoritin Hillary Clinton weiter verringern. Er hat beim Parteitag der Demokraten in Colorado weitere Delegiertenstimmen eingesammelt. Seine Chancen auf die offizielle Nominierung als Präsidentschaftskandidat seiner Partei steigen damit allerdings kaum.

Der Vorwahlprozess in Colorado ist mehrstufig. Beim Caucus am 1. März gewann Sanders zunächst 38 Delegierte, während seine Rivalin Hillary Clinton 28 erhielt. Seitdem hat Sanders auf Tagungen in verschiedenen Wahlbezirken sowie auf dem Parteitag am Samstag zusätzliche Unterstützung erfahren, was seinen Vorsprung vergrößert: Letztlich kommt er in Colorado nun auf 41 Delegierte, Clinton auf 25.

Die frühere First Lady und US-Außenministerin liegt nun bei 1.289 Delegierten, Sanders bei 1.045. Rechnet man die Superdelegierten hinzu, die beim Parteitag im Juli frei zwischen den Bewerbern entscheiden können, führt Clinton mit 1.758 zu 1.076. Für die Nominierung zum offiziellen Kandidaten sind bei den Demokraten 2.383 Stimmen nötig.