Die afghanischen Taliban haben einen Nachfolger für ihren getöteten Anführer Akhtar Mansur benannt. Bei einem Treffen sei Haibatullah Achundsada zum neuen obersten Führer ernannt worden, teilten die Islamisten mit. Achundsada war zuvor einer der beiden Stellvertreter Mansurs gewesen. Er gilt als religiöser Führer und Richter ohne größere Kampferfahrung.

Mansur war am Samstag bei einem US-Drohnenangriff im Südwesten von Pakistan getötet worden. Der Angriff ereignete sich in der Stadt Ahmad Wal.

Laut pakistanischem Geheimdienst wurden bei dem Angriff zwei Menschen getötet und bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Demnach handelte es sich um einen aus dem Iran eingereisten Mann, auf dessen pakistanischem Pass der Name Muhammad Wali gestanden habe. Bei dem zweiten Mann, dem Fahrer, habe es sich entgegen den US-Angaben nicht um einen "zweiten Kämpfer", sondern um einen Zivilisten gehandelt, der für eine örtliche Mietfirma gearbeitet habe. Das pakistanische Außenministerium hatte den Angriff der USA als Verletzung der Souveränität Pakistans verurteilt.

Mansur war innerhalb der fundamentalistischen Miliz umstritten. Mehrere andere Talibanführer hatten sich von ihm abgewandt, einige schlossen sich anderen Gruppen wie dem "Islamischen Staat" (IS) an. Im Dezember hatte die afghanische Regierung schon einmal den Tod von Mansur gemeldet. Dies wurde von den Taliban allerdings vehement dementiert. Die Taliban teilten weiter mit, es seien zwei neue Stellvertreter gekürt worden: Siradschuddin Hakkani, der bereits Stellvertreter Mansurs war, und der Sohn des gestorbenen Talibanchefs Mullah Omar, Mullah Jakub.