Simbabwe führt wegen eines akuten Mangels an US-Dollar-Banknoten Schuldscheine als Parallelwährung ein. Zudem wurde eine Obergrenze für Abhebungen von Konten von 1.000 Dollar pro Tag beschlossen. Laut Zentralbank des Landes soll mit diesen Maßnahmen die wirtschaftlich verheerende Bargeldknappheit überwunden werden. Derzeit geht an Geldautomaten häufig das Geld aus, lange Schlangen sind keine Seltenheit.

Zentralbankgouverneur John Mangudya kündigte an, dass innerhalb der nächsten zwei Monate Schuldscheine im Wert von 2, 5, 10 und 20 US-Dollar eingeführt werden. Zuvor hatte Simbabwe bereits eigene Münzen eingeführt, da es im Land keine US-Münzen gibt. Neben dem US-Dollar wird auch der südafrikanische Rand genutzt.

Hintergrund des Schrittes ist eine verfehlte Wirtschaftspolitik, die zu einer Hyperinflation in Simbabwe geführt hat. Daraufhin musste die Regierung von Präsident Robert Mugabe 2009 die Landeswährung aufgeben und den US-Dollar einführen. Zuvor war es strafbar gewesen, US-Dollar zu besitzen.

Der wirtschaftliche Zusammenbruch des Landes konnte so abgewendet werden. Die simbabwische Zentralbank kann allerdings keine US-Dollar drucken. Wegen einer anhaltenden Dürre sind zuletzt die Exporteinnahmen zurückgegangen, was zu einer weiteren Verknappung von Bargeld im Umlauf geführt hat. "Falls das Land nicht mutige Reformen unternimmt, werden die wirtschaftlichen Probleme mittelfristig anhalten", teilte der Internationale Währungsfonds mit.

Die Wirtschaftsleistung Simbabwes ist heute nur halb so groß wie vor etwa 15 Jahren, als Mugabe mit der Enteignung weißer Landwirte begann. Daraufhin brach die Landwirtschaft ein, was zum Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft führte.

Simbabwe gehört einem UN-Index zufolge zu den ärmsten Ländern der Welt. Wegen der gegenwärtigen Dürre gelten dieses Jahr knapp vier Millionen Menschen, gut ein Viertel der Bevölkerung, als akut von Hunger bedroht.