Die US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump und Bernie Sanders haben bei den Vorwahlen ihrer Parteien im Bundesstaat West Virginia einen Sieg erzielt. Sanders setzte sich laut Prognosen mehrerer Fernsehsender gegen Hillary Clinton durch. Der Senator aus Vermont kann damit seinen Rückstand auf die demokratische Spitzenreiterin verringern. Allerdings ging es in dem Bundesstaat bei den Demokraten lediglich um 29 Parteitagsdelegierte. Clinton hat weiterhin einen Vorsprung von mehreren Hundert Delegiertenstimmen. Sanders erklärte, er werde weiter "um jede Stimme kämpfen".

Clinton hatte sich in West Virginia kurz vor dem Wahltermin mit Äußerungen über die Zukunft des Kohlebergbaus in dem Bundesstaat unbeliebt gemacht. Sie trat für einen Strukturwandel ein, bei dem arbeitslose Bergarbeiter Jobs in anderen Branchen finden sollen. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Trump versprach dagegen eine Fortsetzung des Kohlebergbaus.

Trump sicherte sich erwartungsgemäß den Sieg auf Seiten der Republikaner. Mehr als 70 Prozent stimmten für ihn. Nachdem sich seine Rivalen Ted Cruz und John Kasich nach ihren Misserfolgen bei der letzten Vorwahl in Indiana aus dem Rennen zurückgezogen hatten, ist der Weg zur Spitzenkandidatur für Trump praktisch frei. Die Namen von Cruz und Kasich standen in West Virginia aber weiterhin auf dem Stimmzettel. Sie erhielten trotz ihres Rückzugs mehrere Tausend Stimmen.

Die Republikaner hielten zudem eine Vorwahl in Nebraska ab. Auch dort gewann Trump laut Prognosen amerikanischer Medien und erhielt mehr als 60 Prozent der Stimmen. Seine ehemaligen Rivalen Cruz und Kasich kamen auf zweistellige Ergebnisse.

Es wird erwartet, dass Trump alle oder fast alle der 70 in Nebraska und West Virginia zur Wahl stehenden Delegierten hinter sich versammeln kann. Insgesamt könnte er dann rund 1.120 Delegierte zählen. Um auf dem Parteikonvent im ersten Wahlgang gewählt zu werden, benötigt er mindestens 1.237. Diese Zahl kann er am letzten Vorwahltermin am 7. Juni erreichen, wenn unter anderem im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Kalifornien gewählt wird.