Zwei chinesische Kampfjets haben im internationalen Luftraum über dem Südchinesischen Meer laut einem Pentagon-Vertreter ein Aufklärungsflugzeug der US-Marine abgefangen. "Ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich um einen gefährlichen Zwischenfall", sagte Pentagon-Sprecher Jamie Davis. Das US-Verteidigungsministerium habe "die angemessenen diplomatischen und militärischen Kanäle" genutzt, um auf den Vorfall zu reagieren. Das chinesische Verteidigungsministerium kündigte eine Untersuchung des Zwischenfalls an.

Die beiden Jets vom Typ J-11 seien der Maschine EP-3 Aries im nördlichen Teil des Südchinesischen Meeres so nahe gekommen, dass der Pilot einige Dutzend Meter habe hinabsinken müssen, um eine Kollision zu vermeiden, hieß es aus dem Pentagon. Das US-Flugzeug habe sich  auf einem routinemäßigen Aufklärungsflug befunden. 

Im Südchinesischen Meer erheben mehrere Anrainerstaaten Gebietsansprüche. Um seine Ansprüche zu untermauern, lässt Peking in dem Gebiet künstliche Inseln aufschütten.

Washington weist Chinas Ansprüche auf die rohstoffreichen Gewässer um die künstlichen Inseln zurück. Es wirft der Volksrepublik vor, mit der Aufschüttung die freie Schifffahrt in der Region zu bedrohen, durch die ein Drittel der weltweiten Erdöltransporte verläuft. China wiederum sieht in der erhöhten militärischen Präsenz der USA in der Region eine Provokation. Tatsächlich hatten sich in den vergangenen Monaten immer wieder US-Kriegsschiffe und Flugzeuge den künstlichen Inseln der Chinesen angenähert.