Die seit Wochen anhaltenden Proteste gegen eine in Frankreich geplante Arbeitsrechtsreform, treffen nun auch die Autofahrer. Zur Sicherung der Energieversorgung wurde in mehreren Departements von Bretagne und Normandie im Nordwesten des Landes die Benzinabgabe an Tankstellen rationiert. Autos dürfen vorläufig nur 20, Lastwagen 150 Liter Sprit tanken, wie es in einer Verordnung etwa der Präfektur in Rennes heißt. 

Damit soll der Blockade von Raffinerien und Depots durch Mitarbeiter begegnet werden. An Tankstellen der Region waren auf Fernsehbildern Fahrzeugschlangen zu sehen. Einige Bezirke verboten sogar gänzlich den Verkauf von Benzin in Kanistern. Die Behörden erklärten jedoch, dass keine Gefahr bestehe, dass es auf absehbare Zeit einen Treibstoffmangel gebe. Es gebe eine Verlangsamung der Lieferungen, aber keinen Stopp. Das versicherte auch der französische Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies.

Das Arbeitsmarktgesetz, das die Regierung von Präsident François Hollande gegen massiven Widerstand in der Bevölkerung durchsetzen will, soll Unternehmen Flexibilität bringen, um mehr Jobs im unter Rekordarbeitslosigkeit leidenden Frankreich schaffen zu können. Kritiker befürchten allerdings eine Aufweichung von Arbeitnehmerrechten.

Für die kommende Woche haben Gewerkschaften zum nächsten Aktionstag aufgerufen. Seit Wochen gehen die Franzosen dagegen auf die Straße. In Paris setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein. Hollande will ungeachtet der Proteste an dem Gesetz festhalten.