Bei landesweiten Protesten im Kongo sind nach Augenzeugenberichten mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. In der Hauptstadt Kinshasa und in anderen Städten demonstrierten die Menschen für eine planmäßige Abhaltung der Wahl. Dabei kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, die Polizei ging mit Tränengas und Warnschüssen gegen Tausende Oppositionelle vor. Die Wahl ist für November vorgesehen, doch die Regierung will die Abstimmung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Demonstranten berichteten außerdem von mehreren Festnahmen. Zwar war die Demonstration in Kinshasa angekündigt und genehmigt worden. Sicherheitskräfte gingen dennoch gegen die Demonstranten vor, weil diese angeblich von der erlaubten Route abgewichen seien. In der Stadt Goma im Osten des Landes gab es Straßenblockaden.

Der bei einem früheren Protest verletzte oppositionelle Präsidentschaftskandidat Moïse Katumbi ist in der vergangenen Woche nach Südafrika gebracht worden, wie einer seiner Berater mitteilte. Mitglieder der Opposition befürchten, dass die Regierung von Präsident Joseph Kabila seine Rückkehr in den Kongo unterbinden könnte.

Schon seit mehreren Jahren gibt es immer wieder gewaltsame Proteste gegen Kabila. Immer wieder gehen Tausende gegen eine dritte Amtszeit Kabilas auf die Straße.