Nordkorea will seine Atomwaffenkapazitäten weiter ausbauen. Dies betreffe sowohl die Qualität als auch die Quantität der Waffen, beschloss der Kongress der regierenden Arbeiterpartei, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete. Die Versammlung beschloss außerdem, Atomwaffen nur dann einzusetzen, wenn die Souveränität Nordkoreas durch andere Staaten mit solchen Waffen verletzt werden sollte. Staatschef Kim Jong Un hatte die Entscheidung zuvor in seiner Ansprache verkündet.

Das abgeschottete Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Raketen und andere Waffensysteme getestet. Nachdem der Staat einen vierten Atomwaffentest ausgeführt hatte, verschärften die Vereinten Nationen im März ihre Sanktionen gegen Nordkorea.

Journalisten haben keinen Zutritt

Für die angeschlagene Wirtschaft verkündete der 33-jährige Machthaber einen neuen Fünfjahresplan. Dieser habe zum Ziel, die Effizienz der wirtschaftlichen Schlüsselbereiche zu steigern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Energiesektor. Ziel sei es, den Lebensstandard der Bevölkerung zu heben und den Boden für eine "nachhaltige Verbesserung der nationalen Wirtschaft" zu bereiten, sagte Kim, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Der Parteikongress in der Hauptstadt Pjöngjang ist der erste seit 36 Jahren und hatte am Freitag begonnen. Die Dauer und das genaue Programm des insgesamt siebten Parteitags wurden nicht bekannt gegeben. Die etwa 130 zugelassenen ausländischen Journalisten haben keinen Zugang zur Tagungshalle. Kim Jong Un verfolgt mit der Veranstaltung nach Ansicht von Beobachtern die Absicht, seine Macht weiter zu festigen. Er hatte das Amt des Staatschefs 2011 von seinem Vater King Jong Il übernommen, der überraschend gestorben war.