Der Internetkonzern Google ist in den Fokus der französischen Behörden geraten. Wie die französische Finanz-Staatsanwaltschaft mitteilte, durchsuchten Ermittler der Polizei und Informatik-Experten am Morgen Pariser Google-Büros. Wie die Zeitung Le Parisien berichtet, waren etwa 100 Beamte vor Ort. Hintergrund seien Vorermittlungen wegen des Verdachts auf Steuerbetrug.  

Es gehe darum, zu klären, ob der irische Google-Ableger Ireland Ltd. eine feste Niederlassung in Frankreich hat und ob das Unternehmen gegen Steuer-Vorschriften verstoßen habe, indem es einen Teil seiner Aktivitäten in Frankreich nicht dort angegeben habe, so die Staatsanwaltschaft. Google teilte mit: "Wir halten uns an französisches Recht und kooperieren umfänglich mit den Behörden." Auch die Staatsanwaltschaft erinnerte an die Unschuldsvermutung. 

Im Februar hieß es, das französische Finanzministerium verlange von Google 1,6 Milliarden Euro an Steuernachzahlungen. Wie andere Großkonzerne, zum Beispiel Apple oder Amazon, steht auch Google wegen Steuertricks in der Kritik. Ihnen wird immer wieder vorgeworfen, große Summen an Steuern zu sparen, indem sie als Hauptsitz Länder wählen, in denen die Besteuerung sehr niedrig ist. Die Konzerne argumentierten, sich an geltendes Recht zu halten.

In Großbritannien hatte sich Google im Januar mit den Finanzbehörden auf die Zahlung von etwa 170 Millionen Euro geeinigt. Kritiker bemängelten, das Unternehmen komme damit viel zu günstig weg.