Der Wahlsieger der philippinischen Präsidentenwahl will die Todesstrafe durch den Strang wieder einführen und Polizisten erlauben, gefährliche Verbrecher gezielt zu erschießen. Das kündigte Rodrigo Duterte bei einer mitternächtlichen Pressekonferenz in seiner Heimatstadt Davao an. Die 2006 auf den Philippinen abgeschaffte Todesstrafe will Duterte für eine ganze Reihe von Verbrechen wieder einführen, darunter Drogenhandel, Vergewaltigung, Mord und Raub.

Der 71-Jährige ist dort seit fast 30 Jahren Bürgermeister und hat einen Ruf als kompromissloser Verbrechensbekämpfer. Menschenrechtler werfen ihm vor, Kleinkriminelle durch Todesschwadronen ermorden zu lassen. Mit dem Versprechen, Kriminalität und Drogenhandel innerhalb von sechs Monaten zu beenden, hatte er vor einer Woche die Wahl gewonnen. Er hatte angekündigt, Zehntausende Kriminelle zu töten – und kam damit in den unter Kriminalität, Armut und korrupten Sicherheitsbehörden leidenden Philippinen gut an. Seine Präsidentschaft beginnt am 30. Juni.

Als weitere Maßnahme kündigte Duterte ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit ab zwei Uhr nachts an. Zudem dürfen Kinder künftig nicht mehr allein nachts auf der Straße sein. Eltern sollten bei Zuwiderhandlung festgenommen und wegen Vernachlässigung ins Gefängnis gesteckt werden.

Den im Süden des Landes aktiven muslimischen Terrororganisationen stellte er ein Ultimatum. Sie sollen ihre Geiseln freilassen und sich ergeben, andernfalls müssten sie mit Konsequenzen rechnen. Terrorgruppen wie Abu Sayyaf kämpfen seit Jahrzehnten für mehr Autonomie. Sie terrorisieren die Bevölkerung mit Anschlägen und finanzieren ihre Aktivitäten durch das Erpressen von Lösegeld. Erst im April enthaupteten sie eine kanadische Geisel. In ihrer Hand befinden sich noch mehrere Ausländer und Einheimische.

 


Schlagzeilen machte der 71-Jährige auch mit zahlreichen vulgären Äußerungen. So prahlte er mit angeblichen sexuellen Leistungen und beschimpfte den Papst als "Hurensohn" – und das im einzigen mehrheitlich katholischen Land Asiens. Nach seiner Wahl kündigte er an, sich persönlich bei Franziskus für die Entgleisung zu entschuldigen. Am Sonntag zog er die Ankündigung zurück und erklärte, er habe dem Papst einen Entschuldigungsbrief geschickt. "Das reicht."