Estlands Regierungschef Taavi Rõivas fordert zum Schutz vor Russland eine dauerhafte Präsenz von Nato-Truppen im Baltikum. "Wir brauchen die durchgängige Präsenz von jeweils einem Bataillon der Nato in Estland, Lettland und Litauen", sagt er der Welt (Donnerstag). "Es darf keine Lücken geben. Abschreckung muss die neue Normalität sein."

In der Nato-Russland-Gründungsakte von 1997 hat sich das Bündnis verpflichtet, keine substanziellen Kampftruppen dauerhaft in seinen osteuropäischen Mitgliedsländern zu stationieren. Bei ihrem Gipfel in Warschau will die Nato beschließen, dass Truppen der Allianz regelmäßige Übungen in den baltischen Staaten abhalten, sich dabei jedoch abwechseln.

Dazu sagte Rõivas: "Das geht in die richtige Richtung. Aber ich glaube, wir brauchen noch weitere Vereinbarungen." Die Kontingente müssten keine dauerhaften Einrichtungen aufbauen und könnten "in gewisser Weise rotieren. Aber sie müssen ständig präsent sein", forderte Rõivas.