Bei einer Serie von Bombenanschlägen in den syrischen Städten Tartus und Dschabla sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 121 Menschen getötet worden. Mindestens 73 Menschen seien in der Stadt Dschabla umgekommen, mindestens 48 Menschen in Tartus, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mit. Demnach explodierten in den beiden Städten insgesamt sieben Autobomben. Zu den Taten bekannte sich die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Die Küstenstädte Tartus und Dschabla in der Provinz Latakia werden von der syrischen Armee von Präsident Baschar al-Assad kontrolliert. Latakia gilt als Hochburg von Regierungsanhängern. In Tartus unterhält Assads Verbündeter Russland einen Marinestützpunkt.

Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge handelte es sich bei den Explosionen um Anschläge auf Taxi- und Bushaltestellen in beiden Küstenstädten. In Dschabla sollen außerdem eine Elektrizitätsfirma und die Notaufnahme eines Krankenhauses Ziele gewesen sein. In beiden Städten leben viele Binnenflüchtlinge. Außerdem sind viele Bewohner Alawiten, eine Minderheit in Syrien, der auch Machthaber Assad angehört. Die Opfer seien "wahrscheinlich fast ausschließlich Zivilisten", sagte Rami Abdel Rahman, der Leiter der Beobachtungsstelle, der Nachrichtenagentur AFP.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien und steht der Opposition nahe. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.