Fotos von US-Soldaten mit dem Abzeichen der syrischen Kurdenmiliz YPG auf der Uniform verärgern die Türkei: "Es ist inakzeptabel, dass US-Soldaten das Emblem einer Terrororganisation tragen", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu.

Die Bilder sollen US-Spezialkräfte mit dem YPG-Zeichen zeigen und rund 50 Kilometer vor Rakka aufgenommen worden sein. Dort hatten Kurden und Verbündete am Dienstag eine Offensive gegen den "Islamischen Staat" begonnen. Die YPG ist wichtigster Partner der US-geführten Koalition gegen den IS in Syrien.

Fotos der Nachrichtenagentur AFP zeigen mehrere US-Soldaten, die teilweise US-Flaggen an ihren Uniformen tragen, teils die Abzeichen der Kurdenmiliz YPG. Sie weigerten sich, mit Journalisten zu sprechen. Einige waren mit Kleintransportern unterwegs, die mit Maschinengewehren ausgestattet waren.

Speziallkräfte müssen Abzeichen entfernen

Laut dem US-Verteidigungsministerium spielen in der kurdisch-arabischen Bodenoffensive die US-Spezialkräfte eine nur untergeordnete Rolle. Die Kräfte fügten sich bei ihren Einsätzen in bestimmten Gegenden "in das Umfeld ein", sagte der Pentagonsprecher Peter Cook. Ein solches Vorgehen sei notwendig, damit diese Soldaten "ihren eigenen Schutz, ihre eigene Sicherheit" erhöhten, hieß es zunächst.

Später teilten die US-Streitkräfte mit, die Soldaten seien angewiesen worden, die YPG-Abzeichen wieder zu entfernen. Das Tragen sei "ungenehmigt und unangemessen". Der in Bagdad stationierte US-Oberst Steve Warren sagte, es sei zwar nicht unüblich, dass die Spezialkräfte die Abzeichen ihrer Verbündeten trügen. Im konkreten Fall sei dies jedoch wegen der "politischen Befindlichkeiten" unangebracht.

US-Soldaten sollen an Kämpfen beteiligt sein

YPG-Kämpfer sind Teil der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die in der Provinz eine Offensive gegen den IS führen. Nach Angaben von SDF-Kommandeuren waren die US-Soldaten unmittelbar an den Gefechten beteiligt. Kommandeur Hawkar Kobane sagte, die Spezialkräfte feuerten von einem Hausdach mit Panzerabwehrwaffen auf mit Sprengstoff befüllte Autos, die von der IS-Miliz eingesetzt würden.

Zudem würden sie die Kampfflugzeuge für ihre Angriffe einweisen. Ein anderer SDF-Kommandeur, Baraa al-Ghanem, sagte, die US-Soldaten seien "an allen Positionen entlang der Front präsent".

Ankara betrachtet die YPG als Terrororganisation und wirft ihr Anschläge auf türkischem Boden vor. Für Washington ist die YPG-Miliz dagegen einer der schlagkräftigsten Verbündeten im Kampf gegen den IS. Die Offensive in Rakka war am Dienstag ausgerufen worden, einen Tag nach dem Start von Angriffen auf die IS-Hochburg Falludscha im Irak. Experten erwarten keine rasche Eroberung der beiden Städte, weil sich die Extremisten lange auf die Offensive vorbereiten konnten.